Namen & Neues

Eine Apotheke schließt nach mehr als 100 Jahren

Veröffentlicht am 20.12.2017 von Laura Hofmann

Vor einer Woche erschien im Tagesspiegel eine Reportage, die viele Leser sehr berührt hat. Es ging um das Ende einer kleinen Apotheke in der Karl-Marx-Straße in Neukölln, die es im Kiez über 100 Jahre gab. Der Großvater und der Vater von Inhaberin Sabine Göhr-Rosenthal hatten sie aufgebaut, sie selbst musste ihr Geschäft jetzt aufgeben. Wegen einer Mieterhöhung, eine Geschichte, wie man sie so oft hört in dieser Zeit. Zweieinhalb mal mehr wollte der Vermieter haben. Das wirft die kleine Apotheke nicht ab. Das gleiche Schicksal ereilt nun die Wissmanns Apotheke in der Paulstraße 23 in Moabit. Seit 1890 versorgte sie die Nachbarschaft mit Medikamenten, am Samstag soll Schluss sein. Das Aus kam für Apothekerin Carola Minarek unerwartet – und ebenfalls in Form einer Mieterhöhung, die nicht zu stemmen war. Drei benachbarte Läden waren zuvor schon der Gentrifizierung erlegen: ein Eisladen, ein Späti und eine Galerie. Baustadtrat Ephraim Gothe (SPD) sagte mir am Donnerstagabend, er wolle versuchen, sich noch für den Erhalt der Apotheke einzusetzen – eventuell über den Denkmalschutz.