Namen & Neues

Und dann war ein Mensch tot

Veröffentlicht am 26.01.2018 von Laura Hofmann

Genauer gesagt eine 52-jährige Radfahrerin. Sie starb am Dienstagmorgen um 6.40 Uhr in Schöneberg. Der Unfall war bei all seiner Tragik ein Klassiker: Ein nach rechts abbiegender Lkw übersah die Frau am Kaiser-Wilhelm-Platz, als sie nach links in die Hauptstraße abbiegen wollte. Am Mittwoch machten sich Verkehrssenatorin Regine Günther und Axel Koller, der neue Leiter der Verkehrslenkung (VLB), ein Bild von der Unfallstelle, vor der die BVV Tempelhof-Schöneberg bereits im vergangenen Sommer gewarnt hatte: „Hier ist Gefahr im Vollzug“. Passiert ist nichts, erst jetzt wurde angekündigt: Im Frühjahr soll der schmale, in eine reguläre Autofahrspur gequetschte „Schutzstreifen“ für Radler von 1,2 auf zwei Meter verbreitert und rot markiert werden. Günther will sich außerdem für Abbiegeassistenten in Lkws einsetzen, um das Unfallrisiko zu verringern.

In Mitte möchten die Grünen nicht auf das Mobilitätsgesetz warten, das zahlreiche Verbesserungen für den Radverkehr verspricht. In einem Antrag fordert die Partei das Bezirksamt auf, sich beim Senat dafür einzusetzen, dass die sich durch das Gesetz ergebenen Änderungen bereits jetzt bei sich in der Planung befindenden Radverkehrsprojekten berücksichtigt werden. „Neue Radverkehrsanlagen sind ab sofort so zu planen und anzulegen, dass Radfahrende sich sicher überholen können und ein unzulässiges Befahren und Halten von Kraftfahrzeugen auf den Radverkehrsanlagen unterbleibt“, sagte Fraktionssprecher Johannes Schneider. Konkret sollten die neuen Maßgaben bei der Umgestaltung der Müllerstraße berücksichtig werden, die sich noch in der Planungsphase befindet.