Namen & Neues

Frauenquote für die FDP im Gespräch

Veröffentlicht am 02.02.2018 von Laura Hofmann

Die FDP hat ein Frauenproblem – nicht nur im Bundestag, sondern auch in Berlin. Im Abgeordnetenhaus sitzen neben zehn Männern nur zwei Frauen. Eine davon ist Maren Jasper-Winter, Bezirksvorsitzende in Mitte. Gleichberechtigung und Vereinbarkeit von Beruf und Familie treiben sie um – deshalb baut sie gerade ein Netzwerk auf, das sich mit genau diesen Themen beschäftigt. Am Montag war Thomas Sattelberger, FDP-Abgeordneter und ehemaliger Vorstand der Telekom, zu Gast. Sie zitierte ihn auf Twitter mit den Worten: „Wir (die FDP) brauchen die Quote!“. Im Tagesspiegel-Interview im November hatte Sattelberger bereits gesagt: „Ich will nicht ausschließen, dass auch wir in der FDP irgendwann zu der Überzeugung kommen, dass eine Quote sinnvoll ist.“ Und wie steht Maren Jasper-Winter dazu? Sie ist vorsichtig, möchte sich nicht klar für eine solche Quote aussprechen. „Meine Meinungsbildung ist da noch nicht abgeschlossen“, sagt sie mir am Telefon. Und: „Eine Quote allein löst die Probleme nicht.“ Sie nehme es aber zur Kenntnis, wenn ein langjähriger Manager wie Sattelberger sagt, man müsse über das Mittel nachdenken. Aus der FDP-Fraktion der Bezirksverordnetenversammlung in Mitte hört man sogar, es werde ohne eine Frauenquote in der Partei nicht gehen.

Wichtig ist Maren Jasper-Winter, dass eine Quote nur mit weiteren frauenfördernden Maßnahmen einhergehen kann. Deswegen will sie mit ihrem Netzwerk einen Antrag auf dem Bundesparteitag im Mai einbringen, der vorsieht, dass Eltern nur dann von insgesamt 14 bezahlten Elterngeld-Monaten Gebrauch machen können, wenn einer von beiden mindestens drei Monate Auszeit vom Job nimmt. Im Moment ist es häufig so, dass die Mütter 12 und die Väter zwei Monate Elternzeit nehmen. Jasper-Winter erwartet im März ihr zweites Kind. Ihr Mann und sie werden beide sechs Monate Elternzeit nehmen. Wirklich fernbleiben wird sie der Politik in dieser Zeit jedoch nicht.

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