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Metallstacheln vor Optiker sorgen für Empörung

Veröffentlicht am 20.04.2018 von Laura Hofmann

Am Eingang zu einem Optiker in der Oranienburger Straße 5 sind Metallstacheln installiert worden. Das berichtete die „B.Z.“ am Samstag. Diese sogenannten „Spikes“ dienen in Städten wie London oder New York dazu, Obdachlose zu vertreiben. Die „Spikes“ sind auch Thema eines Antrags der Grünen-Fraktion der Bezirksverordnetenversammlung, der am Donnerstagabend jedoch nicht behandelt werden konnte. Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel (Grüne) hatte der „B.Z.“ zuvor gesagt: „Grundsätzlich gilt, dass das Bezirksamt Obdachlosigkeit und nicht Obdachlose bekämpft.“ Das Amt prüfe nun „die bauliche Zulässigkeit solcher Anlagen insbesondere vor dem Hintergrund der Verletzungsgefahr.“ Auch der Fraktionsvorsitzende der FDP in der BVV Mitte, Felix Hemmer, hatte sich auf Twitter kritisch zu den Metallstacheln geäußert: „Spikes im Straßenbild gehen gar nicht. Ob damit Obdachlose oder Touris vertrieben werden ist egal: Rückbau sofort!“ Auf der Stufe zum Eingang des Geschäfts lassen sich tagsüber auch häufig Touristen nieder, um etwas zu essen oder eine Pause zu machen.

Der Optiker selbst weist die Vorwürfe auf meine Anfrage jedoch entschieden von sich. Er ist Mieter in dem Haus. Für das Anbringen der Stacheln sei der Hauseigentümer verantwortlich, eine Aktiengesellschaft mit Sitz in Kreuzberg. „Die Hausfassade gehört in den Verantwortungsbereich des Hauseigentümers. Sie ist nicht Teil unseres Mietobjekts. Wir haben die Spikes weder beauftragt noch installiert“, schreibt er. Die Aktiengesellschaft war für eine Stellungnahme bis Redaktionsschluss dieses Newsletters nicht zu erreichen.

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