Namen & Neues

Kurfürstenstraße bekommt mobile Toiletten

Veröffentlicht am 08.06.2018 von Laura Hofmann

25.000 Euro will der Bezirk noch in diesem Jahr in zwei mobile Toiletten am Straßenstrich an der Kurfürstenstraße investieren. Damit sollen die Sauberkeit im Kiez und die hygienische Situation für Prostituierte verbessert werden, teilte Johannes Schneider, Fraktionsvorsitzender und finanzpolitischer Sprecher der Grünen in der Bezirksverordnetenversammlung Mitte mit. Mittelfristig sollen die mobilen Toiletten durch feste Standorte ersetzt werden. Darüber hinaus sollen bis 2019 rund 40.000 Euro in ein Projekt aus dem Nachbarbezirk Schöneberg fließen, in dem gemeinsam mit Trägern von Kinder- und Jugendeinrichtungen sowie Sexarbeitern Ideen entwickelt werden, mit denen die Menschen auf dem Strich zum Abstandhalten zu Kinder- und Jugendeinrichtungen aufgerufen werden – zum Beispiel mit Piktogrammen.

Anwohner im Kiez rund um die Kurfürstenstraße beklagen schon lange Müll, Fäkalien, Sex in der Öffentlichkeit und Prostituierte, die in der Nähe von Kitas Verkehr anbieten. Die rot-grüne Zählgemeinschaft im Bezirk sieht die Sexarbeitenden nicht primär als Schuldige. Sie seien genauso von fehlenden Rückzugsorten und fehlenden öffentlichen Toiletten betroffen sowie vom rücksichtslosen Verhalten ihrer Kundschaft, meint Ingrid Bertermann, frauen- und genderpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion. Viele lebten unter prekären Bedingungen und seien häufig wohnungslos. Auch sie bräuchten Hilfsangebote. Langfristig soll im Kiez ein Platz- und Konfliktmanagement greifen, für das die Bezirksverordneten 100.000 Euro bereitgestellt haben.

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