Namen & Neues

Schimmelbefall im Schulamt

Veröffentlicht am 15.06.2018 von Judith Langowski

Kurz vor den Sommerferien kommt es zu einer peinlichen Panne im Schulamt: Einschulungsakten für das kommende Schuljahr sind von Schimmel betroffen und können nicht eingesehen werden. Seit Wochen warten ratlose Eltern auf Bescheide, welche Schule ihr Kind besuchen wird. Auch die Schulen stehen vor einem Rätsel, denn sie wissen nicht, wie viele und welche Kinder sie bekommen. Betroffen sind insgesamt etwa 150 Schüler*innen, wie Bezirksstadtrat Carsten Spallek (CDU) bestätigte. Dabei handelt es sich speziell um Kinder, die in eine Schule außerhalb ihres Einzugsbereiches gehen wollen. Die Anträge auf den Schulwechsel liegen in den zwei Kellerräumen im Schulamt in der Karl-Marx-Allee. „Dort ist Wasser eingedrungen und hat für feuchte Wände gesorgt. Das hat man lange nicht mitbekommen“, sagt Spallek.

Eine Reinigungsfirma ist inzwischen mit der Dekontaminierung der Kellerräume beschäftigt. Nun müsse man allerdings weitere drei Wochen warten, um die Akten einzusehen. Die Eltern sitzen derweil auf glühenden Kohlen. Das ist auch dem Schulamt bewusst. Bezirksstadtrat Spallek hat deshalb geradezu fortschrittliche Maßnahmen ergriffen, wie er erläutert: „Ich habe veranlasst, dass die Reinigungsfirma in die kontaminierten Räume geht und die notwendigen Akten einscannt, um die Informationen schneller zu bekommen.“ Warum im Jahr 2018 digitale Akten noch kein Standard sind, darüber kann auch er nur den Kopf schütteln.

„Der Schimmelbefall ist Ergebnis der jahrelangen Sparpolitik“, sagte der Vorsitzende des Bezirkselternausschusses Armin Gaspers. Für ihn ist es allerdings nicht das einzige Problem, mit dem er sich derzeit konfrontiert sieht. Wie in den letzten Wochen berichtet, stehen Schulen vor dem massiven Problem des Lehrer*innenmangels. Auch die von Senatorin Sandra Scheeres (SPD) angekündigte Schulbauoffensive wirft für den Bezirk Mitte viele Fragen auf. Wo Schulen neu gebaut, wo saniert und ausgebaut, wie Schüler übergangsweise untergebracht werden, sei bisher nicht klar.