Namen & Neues

Heiraten verzweifelt versucht

Veröffentlicht am 22.06.2018 von Laura Hofmann

Kleine Warnung: In diesem Beitrag wird es wieder um das überlastete Standesamt gehen. Wer es nicht mehr lesen kann, dem empfehle ich, einfach mit der nächsten Meldung weiterzumachen. Mittlerweile ist die Situation so weit, dass Anwohner, die gerne einfach heiraten wollen, mit der Idee spielen, aus Mitte wegzuziehen. „Wir sind jedenfalls so verärgert über diese Zustände, dass wir einen Wohnortwechsel erwägen“, schreibt Leserin Carola K. Denn nicht mal mit dem obligatorischen Beratungstermin vor der Eheschließung, den man mittlerweile online buchen kann, klappt es. Über zwei Monate im Voraus muss man sich um einen Slot bemühen und auch dann schlägt die Buchung regelmäßig fehl, wie ein Selbsttest bestätigte. Termine in weiter Ferne lässt die Technik auch nicht zu.

Die Abteilung “Behördliche Namensänderung” ist bereits seit dem 22. Mai und voraussichtlich noch bis zum 29. Juni geschlossen. „Laufende Anträge werden zeitverzögert weiter bearbeitet. Auskünfte und Neuanträge können vor dem 03.07.2018 nicht erteilt bzw. entgegen genommen werden“, heißt es auf der Seite des Standesamts. Ein Blick auf die Webseite des Bezirksamts am Freitagmittag zeigt: „Im Standesamt Mitte müssen aufgrund aktueller personeller Engpässe kurzfristig die Sprechstunden der Urkundenstelle an folgenden Tagen ausfallen: Montag, 25.06.2018, Dienstag, 26.06.2018, Montag, 03.07.2018, Dienstag, 04.07.2018.“

Carola K. und ihr Partner erwägen nun, sich außerhalb Deutschlands das Ja-Wort zu geben. Denn innerhalb Deutschlands an einem anderen Ort zu heiraten – mit Wohnsitz in Berlin – bedeutet weiterhin die Mitwirkung des Standesamts Mitte, das darauf hinweist, dass die Bearbeitungszeit mindestens ein halbes Jahr dauert. Wie berichtet, werden wegen des Personalmangels im Standesamt mittlerweile Geburten und Sterbefälle vorrangig behandelt.

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