Namen & Neues

Initiative zur Straßenbenennung nach Susanne Fontaine

Veröffentlicht am 29.06.2018 von Laura Hofmann

Am Montag wurde der Mörder von Susanne Fontaine vom Berliner Landgericht zu lebenslanger Haft verurteilt. Er hat die 60-jährige Kastellanin am 5. September 2017 im Tiergarten ermordet, sie war nach einem Treffen mit Freundinnen im Biergarten auf dem Weg zum Bahnhof Zoo. Nun gibt es die Forderung, diesen Verbindungsweg zwischen Schleusenkrug und Hardenbergplatz nach Susanne Fontaine zu benennen. Nachdem sich Initiator Cornel Prüsse zunächst eine Abfuhr bei Mittes Straßen-und Grünflächenamt mit Verweis auf die 5-Jahres-Regel abgeholt hat, versucht er es nun über die Verkehrssenatorin Regine Günther.

In seinem Brief an sie schreibt er: „Frau Susanne Fontaine war keine Politikerin, mir ist auch nicht bekannt, ob sie überhaupt politisch interessiert war! Sie war keine bekannte NS-Widerständlerin, keine Schauspielerin (…) Frau Fontaine war eine gaaanz normale Berlinerin… Aber mit ihrem Namen verknüpft sich zweifellos ein stadtgeschichtlicher Bezug und durch ihren Tod hat sie sich, wenn auch unfreiwillig, um das demokratische Gemeinwesen verdient gemacht! Erst durch den Mord an ihr erfuhr die Berliner Öffentlichkeit von den wirklich unhaltbaren Zuständen auf dem Verbindungsweg zwischen der Gaststätte ‚Schleusenkrug‘ und Hardenbergplatz. Zustände, die, wie wir seit vergangenem Jahr wissen, so unhaltbar unter Sicherheitsgesichtspunkten waren, dass dort Frau Fontaine zu Tode gekommen ist und es Tage brauchte bis man überhaupt ihre Leiche fand. Unhaltbar auch angesichts der vielen Obdachlosen, die dort ihr Leben fristeten…und für die sich in Berlin anscheinend niemand seitens des Bezirksamtes oder vom Senat aus zuständig fühlte. Erst nachdem die Medien sich der Berichterstattung der Situation wie sie sich dort (aber auch anderen Orten in Berlin) darstellte, angenommen hatte, kam man (auf gut berlinerisch) ‚endlich in die Gänge‘. Erst durch das Bekanntwerden dieser Gewalttat wurde man tätig, gleichzeitig gemahnt uns alle auch diese Tat nicht wegzuschauen, tätig zu werden, wenn wir Berliner den Eindruck haben, dass ’so etwas eben gar nicht geht!'“

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