Namen & Neues
Viel Theater ums Theater im Monbijoupark
Veröffentlicht am 17.10.2018 von Laura Hofmann
Das Theater im Monbijoupark hat seit mehr als 20 Jahren eine sehr erfolgreiche Tradition als freies Theater in Mitte. Doch eigentlich sind Theater und Barbetrieb dort gar nicht zulässig. Denn die Flächen sind laut dem 13 Jahre alten Bebauungsplan öffentlicher Park. Theaterchef Christian Schulz muss deshalb jedes Jahr eine Ausnahmegenehmigung für die Märchenhütten beim Bezirk beantragen. Stadtentwicklungsstadtrat Ephraim Gothe (SPD) will nun einem BVV-Beschluss von 2013 folgen und den Bebauungsplan dahingehend ändern, dass das Theater dauerhaft bleiben kann. Doch dagegen wehrt sich die Humboldt-Universität, weil sie die Grundstücke perspektivisch selbst nutzen möchte. Das berichtet die „Berliner Woche“. Die Eigentumsverhältnisse sind kompliziert: Die Flächen, auf denen das Theater steht, gehören der Wissenschaftsverwaltung und werden von der Humboldt-Uni bewirtschaftet. Das Theater zahlt eine Pacht an die Universität.
Laut aktuellen Bebauungsplan war eigentlich vorgesehen, dass die HU-Gebäude an der Monbijoustraße abgerissen werden um einen Zugang zum Park zu bauen. Doch nun sieht es so aus, als wolle die Uni an der Monbijoustraße sogar noch bauen.Das Monbijou-Theater könne noch langfristiger Pächter bleiben, „solange diese Nutzungen nicht zementiert werden“, sagte HU-Sprecher Hans-Christoph Keller der „Berliner Woche“.
In der Bezirksverordnetenversammlung wird das Thema kritisch begleitet. Dort ist man schon seit geraumer Zeit unzufrieden mit dem Agieren des Theater-Geschäftsführers. „Das Geschäftsmodell hat sich in den letzten Jahren von einem Theater mit Theaterbar zu einer Strandbar mit Kulturbetrieb gewandelt“, sagte mir Sven Diedrich, Bezirksverordneter der Linken. Er und andere Bezirksverordnete beobachten die Entwicklung mit Sorge: Die Gastronomie fresse sich immer weiter in den Park hinein, gegenüber dem Weltkulturerbe werde auf Liegestühlen Werbung für Alkohol gemacht, vor lauter Sonnenschirmen mit Brauereiwerbung sehe man im Sommer das Theater gar nicht mehr und während der Fußball-WM werde das Areal gar zur Fanmeile. „Was hat das mit Theater zu tun?“, fragt Diedrich. Die „Kommerzialisierung des öffentlichen Raumes“ möchte er stoppen. „Hier laufen Dinge, ohne Genehmigung und klar entgegen früheren Absprachen mit dem Bezirksamt“, sagt er.
Über die Zukunft des Theaters diskutiert derzeit ein Arbeitskreis, bestehend aus Mitgliedern der BVV aus verschiedenen Fraktionen und dem Verein Freundeskreis des Theaters.