Namen & Neues

Alexanderplatzviertel wird Milieuschutzgebiet

Veröffentlicht am 28.11.2018 von Laura Hofmann

Das beschloss die Bezirksverordnetenversammlung am Donnerstag. Das neue soziale Erhaltungsgebiet, wie es offiziell heißt, wird begrenzt durch die Torstraße im Norden, die Karl-Liebknecht-Straße im Osten, Weinmeister-/Münzstraße im Süden und die Gormannstraße im Westen. 2015 wurde das Viertel rund um den Rosa-Luxemburg-Platz bei einer Vorprüfung (Grobscreening) zunächst als Beobachtungsgebiet eingestuft.

Vertiefende Untersuchungen aller Beobachtungsgebiete im Sommer und Herbst 2018 kamen zu der Erkenntnis, dass „die Schutzbedürftigkeit der Bevölkerungsstruktur aus städtebaulichen Gründen“ im Gebiet Alexanderplatzviertel vorliegt und damit die Voraussetzungen für den Erlass sozialer Erhaltungsverordnungen erfüllt werden. Als Gründe werden ein „sehr hohes Aufwertungspotenzial, ein bisher noch geringer Aufwertungsdruck sowie eine mittlere Verdrängungsgefährdung“ genannt. Die Gutachter kommen zu dem Schluss, dass es „ohne den Einsatz des Instrumentariums zu städtebaulichen Folgewirkungen kommen“ werde.

Erst im Oktober hatte die Bezirksverordnetenversammlung drei neue Milieuschutzgebiete beschlossen. Dabei handelt es sich um den Bereich „Tiergarten-Süd“ zwischen Landwehrkanal und Kurfürstenstraße, den Abschnitt zwischen der Paul- und Thomasiusstraße in Moabit, sowie das Gebiet um die Soldiner Straße zwischen Drontheimer Straße und Grüntaler Straße in Gesundbrunnen. Das Alexanderplatzviertel ist das elfte Milieuschutzgebiet im Bezirk. In Mitte leben mittlerweile mehr als 150.000 Menschen in sozialen Erhaltungsgebieten.

In diesen Arealen gibt es unter anderem Auflagen für Modernisierungen, um Mieterhöhungen zu begrenzen. Die Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen ist genehmigungspflichtig. Wenn Wohnhäuser verkauft werden, kann der Bezirk ein Vorkaufsrecht ausüben.