Namen & Neues
Mitte gibt Mittel für Schuldnerberatungsstellen nicht aus
Veröffentlicht am 02.01.2019 von Laura Hofmann
20-30.000 verschuldete Haushalte gibt es im Bezirk. Und drei Schuldnerberatungsstellen. Die sind jedoch seit Jahren chronisch unterfinanziert und deshalb auch unterbesetzt. Ende 2017 beschloss der Senat, die Schuldnerberatung ab 2018 mit zusätzlichen 2,3 Millionen Euro zusätzlich zu unterstützen. Diese Gelder werden nun in den Bezirken verteilt. Mitte hat für das vergangene Jahr 300.000 Euro bekommen, jedoch als einziger Bezirk nicht vollständig ausgegeben. Entsprechend groß war die Irritation bei den Bezirksverordneten in der vergangenen Bezirksverordnetenversammlung. Denn der zuständige Stadtrat Ephraim Gothe (SPD) hatte im Mai angekündigt, mit dem Ausschuss für Soziales und Gesundheit zu einem Konsens zu kommen, wie genau die Mittel verteilt würden.
„Wir haben nur einen Teil der Mittel ausgereicht, nämlich das, was an Unterfinanzierung in 2017 ersichtlich war und die durch Tarifsteigerung gestiegenen Lohnkosten“, erläutert Gothe auf Nachfrage. Weiteres Geld ins System zu geben, mache nur Sinn, wenn dadurch auch mehr Schuldner erreicht werden. Von 20-30.000 verschuldeten Haushalten im Bezirk würden im jetzigen System nur 3000 erreicht. „Politisches Ziel ist, mehr Haushalte mit Beratung zu erreichen.“ Das Geld einfach nur zu verteilen, ohne dass „mehr Menge“ gemacht würde, führe nur dazu, dass die Kosten pro Beratung steigen. „Dies wird durch das Regime der sogenannten Kosten- und Leistungsrechnung scharf bestraft, geht letztlich zu Lasten des Bezirkshaushalts in 2020“, sagt Gothe. In anderen Bezirken, wo das Geld einfach nur verteilt worden sei, passiere genau das.
Mit den Trägern im Bezirk sei es ihm in der Woche vor Weihnachten gelungen, für 2019 eine Verteilung der Gesamtmittel zu verabreden „und dann auch mehr Haushalte zu erreichen“. Dies wird dem Ausschuss am 15. Januar vorgestellt.