Namen & Neues

Obdachlosenhilfe in der Krise

Veröffentlicht am 13.03.2019 von Laura Hofmann

Noch gibt es keine Lösung im Konflikt um ein neu eröffnetes Haus für obdachlose Frauen in der Tieckstraße 17. Zur Erinnerung: Etwa 4000 Euro im Monat sollen die gemeinnützigen Betreiber, das Diakonische Werk und die Koepjohann’sche Stiftung, bezahlen, weil sie angeblich Wohnraum zweckentfremden. Knapp 50 obdachlose Frauen kommen im denkmalgeschützten Haus in Top-Lage unter. Der Widerspruch gegen die Auflage ist eingereicht, das Prüfverfahren läuft.

Da kommt schon ein weiteres Problem auf die Obdachlosenhilfe zu: Die Krankenheilwohnung für obdachlose Menschen im ehemaligen Krankenhaus in der Turmstraße 21 ist in Gefahr. Die von der Caritas betriebene Wohnung soll ab dem 1. Juli 2019 teilweise dem Gesundheitsamt Mitte weichen. So sieht es die BIM, der Immobiliendienstleister für das Land Berlin, vor. Das dringend benötigte Angebot der Krankenheilwohnung – nämlich Obdachlosen nach einem Krankenhausaufenthalt eine Ruhestätte zum Gesundwerden zu bieten – wäre mit verminderter Raumkapazität jedoch nicht mehr vollumfänglich arbeitsfähig.

„Die BIM reißt ein, was die rot-rot-grüne Koalition mühevoll aufgebaut hat“, beklagt Fatoş Topaç, Sprecherin für Sozialpolitik der Grünen-Fraktion im Abgeordnetenhaus. „Hier ist ein Machtwort des Finanzsenators notwendig!“ Taylan Kurt, Bezirksverordneter der Grünen, findet: „Das darf Mitte nicht mitmachen!“ Er fordert in einem  Antrag das Bezirksamt auf, sich gegenüber der BIM für den erforderlichen Raumbedarf der Krankenheilwohnung auch über den 30. Juni hinaus einzusetzen.

In einem weiteren Antrag fordert die Grünen-Fraktion vom Bezirksamt eine Befragung von Odachlosen durchführen zu lassen. Dabei soll erfasst werden, warum bestehende Hilfsangebote nicht angenommen werden und welche Angebote benötigt würden.

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