Namen & Neues

Neuer Platz für das „Himmelbeet“ am Weddinger Nordufer

Veröffentlicht am 03.07.2019 von Julia Weiss

„Lieber Freiraum“ steht in weißen Buchstaben auf einem Holzschild. Den haben sich die Gärtner des Gemeinschaftsgartens „Himmelbeet“ mitten in der Stadt geschaffen. Aus 50 Beeten sprießen grüne Blätter, Radieschen und Tomaten. Im Garten-Café erholen sich die Gärtner von der Arbeit. Jeder kann hier sitzen, jeder kann mitmachen. Aber nicht mehr lange, denn im Oktober 2020 müssen sie ihre Fläche an der Weddinger Ruheplatzstraße verlassen. Nach langer Standortsuche scheint nun endlich eine Lösung in Sicht: Das Weddinger Nordufer könnte ihre neue Heimat sein.

Das Bezirksamt hat dafür seine Unterstützung zugesagt. „Das Straßen- und Grünflächenamt prüft zeitnah, ob für das Urban Gardening Projekt Himmelbeet Flächen zwischen der Tegeler Straße und dem Spandauer Schifffahrtskanal rund um den Mettmannplatz zur Verfügung gestellt werden können“, teilte Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel in einem Beschluss des Bezirksamts mit. Auf den alten Platz zieht dann das Fußballbildungsprojekt „Amandla“. Ab 2021 werden dafür Fußballplätze und ein Bildungszentrum gebaut.

Für die „Himmelbeet“-Gärtner ist der Beschluss noch kein Grund zur Euphorie. „Es gab schon mehrere Beschlüsse der BVV, die dann nicht umgesetzt wurden“, sagt eine Sprecherin auf Nachfrage. Und tatsächlich ist ihnen der Platz längst nicht sicher. Erst müsse beispielsweise geklärt werden, ob sich Flächen im Besitz der Deutschen Bahn befinden, heißt es im Beschluss. In diesem Fall will das Bezirksamt mit der Bahn beraten, ob sich das „Himmelbeet“ trotzdem dort ansiedeln darf.

Auch für die Nutzung des Platzes im Winter müsse erst ein Konzept erarbeitet werden. Diese ist den Beteiligten wichtig. „Wir wollen den Garten winterfest machen und während dieser Zeit Workshops und Kino für die Nachbarschaft anbieten“, sagt die Sprecherin.

Eine Gemeinschaftsnutzung am alten Standort mit „Amandla“ ist derweilen vom Tisch. Auch das geht aus dem Bezirksamts-Beschluss hervor: „Die Teilnahme am Projekt ,Green Urban Lab – Zwischen Gemüsebeet und Fußballrasen‘ wird beendet“, heißt es darin. Um ein solches Projekt durchzuführen, fehle Personal und Geld.

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