Namen & Neues

Pop-up-Radwege und temporäre Spielstraßen lassen auf sich warten

Veröffentlicht am 05.08.2020 von Julia Weiss

Der Begriff Pop-up impliziert eigentlich, dass etwas schnell aufgebaut wird. Mittlerweile ist es aber schon Wochen her, dass das Bezirksamt Pop-up-Radwege angekündigt hat. Seitdem sind keine weiteren entstanden. Einen gibt es bereits am Schöneberger Ufer. Auch die BVV Mitte hatte beschlossen, das weitere Pop-up-Radwege entstehen sollen. Mit der Umsetzung hapert es. Das Bezirksamt sieht die Zuständigkeit bei der Senatsverwaltung für Umwelt, Klima und Verkehr (SenUVK) – zum Beispiel in der Müllerstraße. „Hier wartet das Bezirksamt Mitte weiterhin auf die Anordnung von SenUVK“, teilt Sprecher Christian Zielke mit. Auf die Frage, ob und wo weitere Pop-up-Radwege geplant sind, erhielt ich keine Antwort. Die SPD-Fraktion Mitte hatte schon im Mai weitere Straßen vorgeschlagen.

Ähnlich schleppend geht es mit temporären Spielstraßen voran. Während Kinder in Friedrichshain-Kreuzberg schon seit Wochen sonntags auf elf Straßen spielen dürfen, gibt es in Mitte noch keine einzige. Das Bündnis für temporäre Spielstraßen kritisiert die Verwaltung für ihre Trägheit. „Friedrichshain-Kreuzberg hat ja gezeigt, dass es schnell gehen kann“, sagt die Vorsitzende Cornelia Dittrich. „In Mitte und anderen Bezirken ist das schwieriger und langwieriger.“

Das Bezirksamt Mitte beruft sich auf notwendige Planungsschritte. „Für temporäre Spielstraßen ​wird derzeit ein Rahmenvertrag als Grundlage für Initiativen für die Durchführung erarbeitet“, teilt das Bezirksamt auf Nachfrage mit. Dieser kläre auch Haftungsfragen. Immerhin für einen Tag im September sollen zwei Straßen zu Spielstraßen werden. Zum Internationalen autofreien Tag am 22. September will Mitte die Freienwalder Straße und die Antwerpener Straße sperren. „Der Modellversuch soll auch die Akzeptanz der Maßnahme testen“, sagt Zielke.

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