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Mehr Fahrrad wagen

Veröffentlicht am 05.05.2021 von Anima Mueller

Nach elf Jahren Planung ist es so weit: Die Müllerstraße bekommt endlich ein Stück Radweg. Die 650 Meter langen Streifen sollen auf beiden Straßenseiten zwischen Leopoldplatz und Bahnhof Wedding entstehen, von der Fahrbahn geschützt.

Eigentlich soll die Spur noch viel weiterreichen. Die Entwicklung stockt aber seit Jahren: Lieferzonen und Bushaltestellen erschweren die Planung. „Der Radweg an der Müllerstraße ist so kompliziert“, sagte auch Verkehrsstadträtin Sabine Weißler (Grüne). Sie hatte im April 2020 bereits angekündigt, dass auf der Müllerstraße ein Pop-up-Radweg entstehen soll – so wie sie es in Friedrichshain-Kreuzberg mittlerweile zu Hauf gibt. Inzwischen ist sie von der Idee aber wieder abgerückt: „Bei einem Pop-up-Radweg auf der Strecke müssten die Leute durch Wasserpfützen und Spurrillen fahren, das wollen wir nicht.“ Beim Müllerstraßenstreifen soll es sich daher um einen befestigten Weg handeln.

Die lokale Initiative „Mensch.Müller“ lobt den Fortschritt – kritisiert aber, dass noch nicht mehr gebaut wird. Trotz des geplanten Stücks klaffen weitere Lücken zwischen der Seestraße und dem Leopoldplatz, außerdem zwischen der Lynar- und der Fennstraße. Auch die Strecke zwischen Reinickendorfer und Lindower Straße ist noch nicht abgedeckt. „Damit bleibt der angekündigte Radweg nicht der große Wurf für ein durchgängiges und attraktives Radnetz, sondern ein Weddinger Stückwerk.“ Auch Pop-up-Radwege sollten in Betracht gezogen werden, fordert die Initiative.

Um die Planer*innen zu unterstützen, hat „Mensch.Müller“ gemeinsam mit dem Verein Changing Cities e.V. ein Konzept für die Müllerstraße entwickelt. An 19 Stellen haben sie die Straßenbreite ausgemessen und überlegt, wo die Fahrbahn verengt oder verändert werden müsste. Am Leopoldplatz an der Müller-/ Ecke Schulstraße könnten so zum Beispiel die knapp sieben Meter breiten Fahrbahnen in beiden Richtungen auf 4,5 Meter beschränkt werden. Auch der Parkstreifen könnte von drei Meter auf zwei bis zweieinhalb Meter schrumpfen. So würde Platz gewonnen für zwei Meter breite Radstreifen mit ausreichend Abstand zu den Autos.