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Wildbaden verboten – Umweltamt stellt Zäune am Plötzensee auf

Veröffentlicht am 09.06.2021 von Julia Weiss

Müll, zertrampelte Ufer, aufgeschreckte Tiere: Das Umweltamt Mitte sorgt sich um die Natur am Plötzensee im Wedding. Im vergangenen Sommer und in den Jahren zuvor seien Pflanzen niedergetrampelt worden, weil Menschen im Landschaftsschutzgebiet baden waren. Deshalb sollen nun weitere Zäune am Südostufer des Sees aufgestellt werden, teilt das Bezirksamt Mitte mit. „Ohne den Schutz der Vegetation kommt es zur Erosion des Bodens. Die Ufer werden ausgespült und die Wurzeln der Bäume verlieren ihren Halt.“

Bei den Plötzensee-Besucher:innen kommt das nicht gut an. „Diese Aktion macht mich fassungslos“, sagte eine Tagesspiegel-Leserin. Viele Menschen nutzen die Ufer am Plötzensee schon seit Jahren zum Baden und waren im vergangenen Jahr über die Zäune geklettert.

Ziel des Umweltamts ist die Renaturierung des Geländes. Der Südost-Uferabschnitt soll neu bepflanzt werden, damit Röhricht und Seggen wieder wachsen können und einheimische Strauchpflanzen das Ufer vor Erosion schützen. „Das Bezirksamt bittet die Bevölkerung um Verständnis und Rücksichtnahme für den Uferschutz am Plötzensee, die neue Bepflanzung und die hier lebenden Tiere“, heißt es in der Pressemitteilung. Nur wenn die Schutzbereiche von allen respektiert würden, bestehe die Chance, das einzige Landschaftsschutzgebiet im Bezirk Mitte dauerhaft zu erhalten.