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Bezirksamt Mitte erlaubt Techno-Partys am Plötzensee
Veröffentlicht am 11.08.2021 von Julia Weiss
Der Bezirk Mitte will Partys im Strandbad Plötzensee nun doch erlauben. Nach Gesprächen mit den Betreiber:innen sei ein Kompromiss erreicht worden, teilt das Bezirksamt mit. Bis Oktober dürfen 26 geplante Veranstaltungen stattfinden – und drei Projekte der von der Senatskulturverwaltung geförderten Kampagne „Draußenstadt“.
Bei den Partys sind maximal 300 Gäste zugelassen und die Musik darf nicht zu laut sein. Die Anlage werde eingepegelt, heißt es in der Mitteilung. Kritisch sehe das Bezirksamt die große Bühne und die große Schallschutzwand an der Wasserkante. Die müsse im Oktober abgebaut werden.
Im Streit um das Strandbad stand das Bezirksamt in der Kritik. Kultursenator Klaus Lederer (Linke) hatte zuvor für den Veranstaltungsort geworben. Die Stadt will während der Corona-Pandemie mehr Flächen zur Verfügung stellen und damit den Clubs helfen, die keine eigenen Außenbereiche haben. „Manche Bezirke haben sich dabei sehr kooperativ verhalten, andere nicht. Das ist sehr schade“, hatte Lederer dem Mitte-Newsletter gesagt. Von Dassel rechtfertigte sich: Der Charakter des Strandbades müsse erhalten bleiben. Außerdem wolle er das Landschaftsschutzgebiet „Volkspark Rehberge“ vor lauter Musik schützen.
Mit dem Kompromiss erkennt das Bezirksamt nun die pandemiebedingte Ausnahmesituation an. „Die Ermessensspielräume wurden vor dem Hintergrund der Einschränkungen in Clubs und anderen Event-Locations maximal ausgeschöpft“, teilt die Pressestelle mit.
Kritik übt das Bezirksamt an den Berliner Bäderbetrieben. „Die Sanierungs- und Unterhaltungsverpflichtungen der Strandbadbetreiber:innen gegenüber den Bäderbetrieben müssen auf politischer Ebene hinterfragt werden“, heißt es in der Mitteilung. Die Bedeutung des Strandbades für den Wedding sei unbestritten und die Entwicklung des Areals durch den Pächter sehr positiv. Dieser hatte das Strandbad in marodem Zustand übernommen und saniert. Die Einnahmen von den Partys könnten daher helfen, das Strandbad langfristig zu erhalten.