Namen & Neues

Märchenhütten dürfen nicht öffnen

Veröffentlicht am 24.11.2021 von Julia Weiss

Im Winter wird es kein Theater in den Märchenhütten im Monbjoupark geben. Grüne und SPD stimmten in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) am Donnerstag gegen einen Antrag der Linken. „Ich will, dass Recht durchgesetzt wird“, sagte die SPD-Verordnete Sonja Kreitmair. Der frühere Betreiber Christian Schulz verweigere seit Monaten den vom Bezirksamt geforderten Abriss der Hütten.

Der Linken-Verordnete Sven Diederich wies darauf hin, dass Monbijou-Theater und Märchenhütten mittlerweile eine neue Leitung hätten. „Wir hatten aus guten Gründen Bedenken“, sagte er. „Aber es gibt einen neuen Betreiber, der seriös ist. Es gibt keinen Grund, die Hütten jetzt noch abzureißen“, sagte Diederich.

Nach langem Streit zwischen Bezirk und Theaterleitung, in dem es um Erlöse und Vorwürfe gegen Schulz ging (wir berichteten), hatte der Verein „Zweidrittel“ das Monbijou-Theater im Sommer wiedereröffnet. Wegen Corona und einem späten Start in die Saison lief der Ticketverlauf schleppend. Der Winterbetrieb der Märchenhütten sei entscheidend, hatte Vorstand Jakob Wurster dem Tagesspiegel erklärt. „Ein halbierter Kulturstandort wird sich niemals wirtschaftlich tragen können, der Untergang ist schon jetzt vorprogrammiert.“

Auch CDU und FDP werben für den Kulturstandort. „Wir dürfen das Theater im Winter nicht hängen lassen“, sagte Sebastian Pieper (CDU) in der BVV. „Wenn wir es nicht schaffen, dass es im Winter bespielt werden kann, dann waren die Bemühungen vergebens“, sagte auch Bastian Roet von der FDP.

Die Linken wiesen daraufhin, dass der Standort zwar als Grünfläche ausgewiesen ist, dass aber auf einem „Betonbunker aus dem 2. Weltkrieg kein Grashalm wächst.“ Bei den Grünen in Mitte gibt es grundsätzliche Bedenken gegen Kulturveranstaltungen in Parks. Der Umweltausschuss hatte der BVV die Ablehnung des Antrags empfohlen.

Von Grünen und SPD war am Donnerstag nicht viel zu hören. Auch das Bezirksamt äußerte sich nicht. In der Vergangenheit war der Wunsch nach einem Neustart des Kulturstandorts geäußert worden. Nun hat das Theater zwar neue Betreiber, Christian Schulz ist mit diesen aber eng verbunden und stellt die Holzbauten zur Verfügung.

Ganz aufgegeben haben die Grünen das Monbijou-Theater aber nicht. „Es gab ja sehr viele Probleme mit dem Theater“, sagte die stellvertretende Fraktionssprecherin Katja Zimmermann. „Viele von uns sind neu in der BVV. Wir müssen uns erst ein Bild machen.“ Weitere Beschlüsse dazu könnten folgen.