Namen & Neues
WBM plant neuartige Wohnform in der Rathenower Straße in Moabit
Veröffentlicht am 21.09.2022 von Julia Weiss
Nach dem Teilabriss des ehemaligen Jugendzentrums in der Rathenower Straße in Moabit sollen nun ein Quartiersplatz für die Nachbarschaft und neue Wohnungen entstehen. Die Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte (WBM) stellt bei einem Nachbarschaftsfest am 24. September ihre Pläne vor.
Das Bauprojekt ist umstritten. Das Ensemble aus einem Hochhaus und einem angeschlossenem Flachbau wurde im Stil des Brutalismus gebaut. Der Flachbau ist nun abgerissen. Dagegen hatte der Architekt Günter Plessow geklagt. Auch die Initiative „Wem gehört Berlin“ kritisiert, dass die Komposition des Gebäudeensembles zerstört wurde.
Laut WBM und dem Bezirk Mitte spricht städtebaulich einiges für den Umbau. Das will die Wohnungsbaugesellschaft nun am Wochenende zeigen und allen Interessierten Fragen zur Planung beantworten. „Der soziale Charakter des Ortes soll sichtbar werden“, sagt Pressesprecher Matthias Borowski.
Dort wo der Flachbau stand, ist nun ein Quartiersplatz für die Nachbarschaft mit barrierefreiem Zugang zum Fritz-Schloß-Park über Treppen und Rampen geplant. Das Hochhaus bleibt erhalten und wird von sozialen Einrichtungen genutzt. In einem Neubau entstehen Wohnungen, weitere Räume für soziale Einrichtungen und ein Gewerbehaus.
Neben klassischen Wohnungen baut die WBM sogenannte Clusterwohnungen. „Cluster“ bedeutet „Anhäufung“. Laut WBM entsteht also eine Anhäufung mehrerer kleinerer Wohneinheiten in einer Gesamtwohnung. Eine kleine Einheit besteht aus ein bis zwei Schlafzimmern und einem Bad. Alle Bewohner:innen teilen sich eine Küche sowie Wohn- und Esszimmer. So könnten beispielsweise Alleinerziehnde mit Kind in einer Wohngemeinschaft leben und trotzdem ihren eigenen Bereich haben, so die WBM. Auch für betreutes Wohnen und generationsübergreifendes Wohnen eigne sich diese Wohnform.
Beim Nachbarschaftsfest am Wochenende sollen auch soziale Einrichtungen wie die Kiezküche und die Moschee Haus der Weisheit zu Wort kommen. Sie mussten ihre Räume im nun abgerissen Flachbau verlassen und einige Umstände auf sich nehmen. Zwischenzeitlich hatte das Haus der Weisheit die Sorge, ganz verdrängt zu werden. Beide sollen nun neue Räume bekommen.