Namen & Neues

Stadtbad Tiergarten öffnet im Sommer mit neuen Extras

Veröffentlicht am 11.01.2023 von Julia Weiss

Ein Meer aus grauen Plastikplanen überdeckt das 50-Meter-Becken, dicker Staub liegt darauf. Doch bald können hier Schwimmer wieder abtauchen. Der Umbau des in die Jahre gekommenen Stadtbads Tiergarten nahe dem Hauptbahnhof ist fast abgeschlossen. Im Sommer dieses Jahres ist die Wiedereröffnung geplant. Danach soll auch ein neuer Außenbereich entstehen.

Seit dreieinhalb Jahren ist das Stadtbad Tiergarten eine Baustelle. Für Schulklassen bedeutet das etwa lange Busfahrten, um zum Schwimmunterricht zu kommen. Wer privat baden will, muss in das Stadtbad Mitte oder die Schwimmhalle Fischerinsel ausweichen. Auch die Bewohner der benachbarten Europacity, deren Zahl beständig wächst, dürften sich freuen, wenn die Arbeiten zu Ende sind.

Die Besucherinnen und Besucher erwartet nach der Eröffnung ein von Grund auf saniertes Bad. „Das Stadtbad Tiergarten musste komplett instand gesetzt werden“, sagt Architektin Pola Pollok in einem Video der Berliner Bäder-Betriebe (BBB). Dafür seien alle Oberflächen entfernt worden. Die Dämmung wurde erneuert. Durch die Sanierung sollen 30 Prozent Energie eingespart werden. Kostenpunkt alles in allem: 17,1 Millionen Euro.

Im Innenbereich wird es wie bisher ein 50-Meter-Becken, einen Sprungturm und einen Nichtschwimmerbereich geben. Neu ist die fünf Meter hohe Kletterwand. Wer die erklimmt, kann sich von oben ins Wasser fallen lassen. Eine Glaswand trennt die Sprung- künftig von der Haupthalle, damit die Schwimmerinnen und Schwimmer dort ihre Ruhe haben.

Außerdem entsteht ein zusätzliches Gebäude – ein Wintergarten mit Blick in die Natur und den neuen Außenbereich. Draußen ist ein 25-Meter-Becken und ein Bereich für Kinder geplant. Auf ein Freibad wartet Moabit seit 20 Jahren. Damals wurde das Bad am Poststadion geschlossen und zehn Jahre später abgerissen. Dafür soll nun endlich auf dem Gelände des Stadtbads Ersatz entstehen.

Doch die Umgestaltung hat sich verzögert, denn schon die Sanierung des Hallenbads ist hinter dem Zeitplan. Dieses sollte eigentlich im vergangenen Herbst öffnen, aber wegen Materialknappheit aufgrund der Pandemie und des Ukraine-Krieges wurde der Termin auf den Sommer verschoben. Erst danach beginnt der Bau des Freibades.

Dazu muss die Finanzierung geklärt werden. Denn die ist wegen gestiegener Baukosten nicht mehr gesichert, wie aus der Antwort des Senats auf eine Anfrage der Abgeordneten Taylan Kurt und Klara Schedlich (Grüne) hervorgeht. 6,1 Millionen Euro kostet demnach der Bau des Außenbereichs. Geplant waren 4,3 Millionen. Die Differenz habe der Bezirk Mitte als Fördermittel beim Senat beantragt. Werden diese bewilligt, könne das Freibad zum Sommerbeginn 2024 fertig werden.

Berlinweit brauchen die Bäder-Betriebe für einen mittel- und langfristigen Sanierungsplan 400 Millionen Euro – ohne Neu- und Ersatzbauten. Diese Zahl hatte der Senat vor einem Jahr genannt. Die Summe dürfte wegen Kostensteigerungen und hinzugekommener Projekte mittlerweile höher sein.