Namen & Neues

Neue Bleibe für Bewohner:innen des wilden Camps am Hauptbahnhof

Veröffentlicht am 09.05.2023 von Patricia Wolf

Im März haben wir hier im Newsletter über das wilde Camp am ehemaligen Zellengefängnis in unmittelbarer Nähe zum Hauptbahnhof berichtet. Die Kleingärtner einer angrenzenden Kolonie hatten sich seinerzeit an Senat und Bezirk gewandt, um Maßnahmen im Umfeld des Camps zu fordern. Sie wollten „würdige Bedingungen“ für die Camp-Bewohnerinnen erreichen und wiesen zudem auf die unhaltbaren hygienischen Zustände hin. Auch von Prostitution war die Rede. Die Menschen ohne Obdach hatten sich teilweise bereits vor mehr als acht Jahren auf dem Gelände niedergelassen.

Offenbar kam Bewegung in die Angelegenheit. Denn am gestrigen Dienstag meldete das Bezirksamt Mitte unter Stefanie Remlinger (Grüne), dass nun der Umzug für die rund 70 Bewohner:innen des ehemaligen Camps am Geschichtspark in der Nähe des Hauptbahnhofs „erfolgreich abgeschlossen werden“ konnte.

 

„In enger Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Ämtern des Bezirks und den sozialen Trägern Mingru Jipen e.V., dem AWO Kreisverband Berlin-Mitte e.V. und der Berliner Stadtmission“ konnte die Gruppe, zu der auch viele Kinder gehören, „Räume in der ehemaligen Unterkunft der Kältehilfe in der Gotenburger Straße 7-9 beziehen“, heißt es in einer Mitteilung des Bezirksamtes Mitte.

Mit der Umwandlung der ehemaligen Unterkunft der Kältehilfe in eine dauerhafte Unterkunft weitet das Bezirksamt das Angebot ganzjährig aus. Die Fläche liegt teilweise auf Landeseigentum, teilweise auf Gelände der Deutschen Bahn. Auf dem Teilgrundstück, das der Bahn gehört, soll künftig der sogenannte Döberitzer Grünzug entstehen. Hierfür hat die landeseigene Grün Berlin GmbH einen Bauzaun um die zu gestaltende Fläche aufgestellt. Die Baumaßnahmen sollen voraussichtlich im kommenden Sommer beendet sein.