Kiezgespräch

Veröffentlicht am 24.04.2019 von Laura Hofmann

Ursprünglich sollte die Petersallee im Afrikanischen Viertel schon am 1. April umbenannt und fortan am Nachtigalplatz in Anna-Mugunda-Allee und Maji-Maji-Allee geteilt werden. Doch die Bearbeitung von hunderten Widersprüchen von Anwohnern und Gewerbetreibenden gegen die neuen Straßennamen hat den Zeitplan wie erwartet über den Haufen geworfen. Die Widersprüche haben wenig Aussicht auf Erfolg, die Antragssteller müssen im Fall einer Ablehnung eine Verwaltungsgebühr zahlen.

Wie viel, ist unklar: „Die Höhe der Gebühren richtet sich nach dem Verwaltungsaufwand und kann derzeit noch nicht beziffert werden“, teilte das Straßen-und Grünflächenamt unter Stadträtin Sabine Weißler (Grüne) in einem jüngsten Schreiben mit. Auf Nachfragen zu diesem Vorgang lässt die Stadträtin über einen Mitarbeiter der Pressestelle ausrichten, man solle sie am Freitag dem Bürgermeister stellen, der zu einer Pressekonferenz geladen hat. Zur Befriedung der aufgeheizten Stimmung bei den Umbenennungsgegnern trägt diese Verwaltungswillkür auf jeden Fall nicht bei.

„Es ist richtig Straßen umzubenennen, deren Namensträger Unrecht und Leid verursacht haben“, schreibt derweil Silke Gebel, Fraktionsvorsitzende der Grünen und Abgeordnete aus Mitte, auf Twitter. „Es ist mehr als ein Ort auf einer Visitenkarte, es geht um unser kollektives Gedächtnis als Gesellschaft.“ Wenn Sie wissen wollen, welche Diskussion – es geht um Pieck, Ulbricht, Grotewohl, Thälmann und Co. – daraufhin entbrannte, angeführt vom FDP-Abgeordneten Stefan Förster, lesen Sie diesen Twitter-Thread.