Kiezgespräch

Veröffentlicht am 10.11.2021 von Julia Weiss

„Sie waren Nachbarn“. Bis heute ist kaum bekannt, welches Ausmaß die Zwangsarbeit während des Zweiten Weltkriegs hatte. Insgesamt mussten 13 Millionen Menschen im Deutschen Reich Zwangsarbeit leisten, etwa 500.000 davon in Berlin. Auch in Moabit waren es Tausende. Darüber informiert der Verein „Sie waren Nachbarn“. Die Menschen mussten in den großen Fabriken bei Loewe, Telefunken oder der AEG arbeiten. Untergebracht waren sie teilweise in Wohnungen, viele aber auch in großen Lagern wie in den Gebauerwiesen, wo sich heute der Großmarkt befindet. „Etwa 80 Adressen sind allein in Moabit bekannt“, schreibt der Verein auf seiner Internetseite.

Diese Orte werden nun wieder sichtbar. „Sie waren Nachbarn“ hat gemeinsam mit dem Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit eine Ausstellung entwickelt, die bis Ende Dezember 2021 im Schaukasten vor dem Rathaus Tiergarten gezeigt wird. Darin werden auch die Orte vorgestellt, in denen die Zwangsarbeiter:innen untergebracht waren.