Nachbarschaft

Veröffentlicht am 05.06.2019 von Julia Weiss

Sie ziehen singend durch die Stadt, geben kleine spontane Konzerte im Park, in der U-Bahn: Die Teilnehmer des Chorcamps „Sing along, Berlin!“ erobern sich so den öffentlichen Raum mit Musik. Ingrid Allwardt ist für die Produktion und Leitung verantwortlich.

Frau Allwardt, was steckt hinter „Sing along, Berlin!“?­ Das tiefe Anliegen, Menschen aus verschiedenen sozialen und kulturellen Kontexten über das Singen zusammenzubringen. Das ist die Idee von „Sing along, Berlin!“, einer freien Initiative, die wir mit Kooperationspartnern 2015 erstmalig als Chorcamp in den Sommerferien ins Leben gerufen haben. Im Probenprozess unseres Feriencamps, in dem nicht nur gemeinsam gesungen und geprobt, sondern auch gegessen, diskutiert und getanzt wird, sind Bewegung und Begegnung ebenso wichtig wie der Aufbau einer Gemeinschaft. Wir wachsen in dieser Zeit zu einer singenden Community zusammen, die im Anschluss an unsere intensive Probenphase nach außen geht und sich durch den öffentlichen Raum in Berlin bewegt.

Wer kann mitmachen und was muss man dafür tun? Alle sind willkommen – ganz unabhängig von Alter, Herkunft, Sprache oder Geschlecht. Auch ganz unabhängig von musikalischen Vorkenntnissen. Entscheidend ist die Freude am Singen und die Lust, anderen Menschen auf diese Weise zu begegnen. Für alle ist etwas dabei – dafür sorgen die professionellen Chorleiter und Stimmcoaches des Berliner Rundfunkchores.

An welche Highlights aus den vergangenen Jahren erinnern Sie sich besonders gerne? Jenseits der besonderen Orte, an denen wir bislang „campen“ durften (Berliner Philharmonie, Karstadt am Hermannplatz, Werkstatt der Kulturen und dieses Jahr die Akademie der Konrad-Adenauer Stiftung am Tiergarten) waren die Auftrittsorte schon auch spektakulär: Kulturforum/Philharmonie, Hauptbahnhof, Finanzministerium, Hermannplatz, Engelbecken, Gedächtniskirche, Schloss Britz, Kraftwerk.

Und worauf freuen Sie sich in diesem Jahr besonders? Wir setzen uns die Bildung einer toleranten Gemeinschaft zum Ziel und tragen das in die Öffentlichkeit. Und so ist es nicht verwunderlich, dass unsere Auftrittsorte markante Punkte unserer Demokratie streifen, wie beispielsweise den Deutschen Bundestag zum Tag der „Ein- und Ausblicke“ am 8. September oder auch den singenden Zug zum „Tag der Demokratie“ am 15. September.

„Sing along, Berlin!“ findet von 19. bis 28. Juli statt, täglich von 10 bis 19 Uhr, an der Akademie der Konrad-Adenauer-Stiftung, Tiergartenstraße 35. Weitere Infos.

Foto: Simon Pauly

Wer soll hier als nächstes vorgestellt werden? Sie selbst? Jemand, den Sie kennen? Wir freuen uns auf Ihre Vorschläge unter: leute@tagesspiegel.de

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