Nachbarschaft

Veröffentlicht am 29.07.2026 von Julia Weiss

Was der Kiez des CSD-Attentäters über Abdul Ballout erzählt. „Ganz normal und nett“ sei er gewesen, sagt der Mann im Treppenhaus. „Wenn der Fahrstuhl nicht funktioniert hat und meine Frau hatte viele Sachen dabei, hat er gefragt: ‚Wollen Sie Hilfe?‘“

Der Mann spricht über den Attentäter Abdul Ballout, der am Samstag mit einem Kleinbus in eine Menschenmenge beim Berliner Christopher Street Day (CSD) fuhr und flüchtete, bis die Polizei ihn am Sonntag erschoss. Zuvor lebte er im Stadtteil Tiergarten bei seiner Mutter. Wie blickt die Nachbarschaft auf den Islamisten, mit dem sie Treppenhaus, Gehwege, Geschäfte teilte?

„Ich habe ihn hier lange nicht gesehen“, sagt der Mann im Treppenhaus. Im Mai 2025 reist Ballout in den Libanon, um sich in Syrien dem Islamischen Staat (IS) anzuschließen, wird aber festgenommen und zu drei Monaten Haft verurteilt. Zurück in Berlin, im November 2025, fängt ihn die Polizei am Flughafen ab.

Bis zu einem Urteil im Mai 2026 sitzt Ballout in Untersuchungshaft. Das Gericht verurteilt ihn zu einer Jugendstrafe von 22 Monaten – setzt die Entscheidung, ob er in Haft muss oder nicht, allerdings für sechs Monate aus. Ballout kann nach Hause zurückkehren, in die Wohnung im Stadtteil Tiergarten.

  • Meine Kolleginnen Jana Gäng und Teresa Roelcke haben mit weiteren Menschen in der Nachbarschaft gesprochen. Was sie dort über den CSD-Attentäter erfahren haben, lesen Sie hier.
  • Foto: Reuters/Christian Mang