Intro

von Madlen Haarbach

Veröffentlicht am 10.01.2018

in Rixdorf ist Musike – und soll auch Musike bleiben. Wie vergangene Woche an dieser Stelle berichtet, brannte in der Silvesternacht das Musikaliengeschäft Musik-Bading nach einem Angriff mit Feuerwerkskörpern komplett aus, das Lebenswerk der hochbetagten Inhaberinnen Brünhilde Schibille und ihrer Schwägerin Liane Bading liegt in Trümmern.

Doch seit dem Brand zeigt sich die Neuköllner Nachbarschaft von ihrer guten Seite: Unzählige Zettel kleben mittlerweile an den verrammelten Fenstern des Geschäftes, in denen Nachbar*innen ihre Trauer und Solidarität mit den Betreiberinnen erklären. Auf Facebook gründete sich eigens die Gruppe „Solidarität mit dem Bading Musikhaus“, deren mittlerweile über 300 Follower sich zur Unterstützung des Ladens vernetzen wollen. In den vergangenen Tagen fanden auch mehrere kleine Aktionen vor dem Laden statt, am Dienstag brachte etwa Drehorgelspielerin „Primel Paula“ alias Angelika Goldlust-Brozinski wieder Musik zumindest vor das Geschäft (Foto hier in unserer Kiezkamera).

Bislang ist allerdings unklar, ob und in welcher Form der Laden wieder eröffnet wird. „Ich habe mit den Betreiberinnen vereinbart, dass sie sich bei mir melden, sobald sie eine Entscheidung getroffen haben“, sagt Bezirksbürgermeisterin Franziska Giffey (SPD). Unklar ist derzeit auch noch, ob die Versicherung für den entstandenen Schaden aufkommt. In den kommenden Tagen entscheidet sich daher, ob und welche Unterstützung die Familie benötigt. „Sollte die Familie eine Spendenaktion starten, unterstützen wir sie als Rathaus gerne dabei“, so Giffey. Bei ihr hätten sich auch schon unzählige Menschen gemeldet, die etwa als Handwerker ihre kostenlose Unterstützung beim Wiederaufbau anbieten würden.

Wenn auch Sie das Musikhaus unterstützen wollen, können Sie sich an das Büro der Bürgermeisterin wenden, das die Hilfsangebote sammelt und, entsprechend der Entscheidung der Inhaberinnen, an die Familie weiter leitet: Tel. 030 90239 2300 oder per E-Mail an bzbm@bezirksamt-neukoelln.de.

Madlen Haarbach ist freie Autorin beim Tagesspiegel. Sie freut sich über Kritik, Anregungen und Tipps bei Twitter oder per E-Mail.

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