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von Madlen Haarbach
Veröffentlicht am 04.04.2018
Am 5. April 2012 wurde der 22-jährige Burak Bektaş auf offener Straße erschossen. Die Tat ist bis heute nicht aufgeklärt, ein fremdenfeindlicher Hintergrund konnte nicht ausgeschlossen werden. Bei der Tat wurden zwei weitere Jugendliche lebensbedrohlich verletzt. Die Überlebenden beschreiben die Tat als „Hinrichtung auf offener Straße“.
Am morgigen Donnerstag jährt sich der Mord zum sechsten Mal. Die „Initiative für die Aufklärung des Mordes an Burak“ hat in den vergangenen zwei Jahren über 40.000 Euro für einen Gedenkort gesammelt. Eine zwei Meter hohe Skulptur aus Bronze soll nun, in unmittelbarer Nähe zum Tatort, an den unaufgeklärten Mord erinnern. Die Skulptur mit dem Namen „Algorithmus für Burak und ähnliche Fälle“ wurde von der im Dezember 2017 verstorbenen Künstlerin Zeynep Delibalta entworfen, der Platz an der Rudower Straße vom Bezirksamt Neukölln zur Nutzung überlassen.
„Der Gedenkort steht für all den Schmerz, die Trauer und die Wut, welche Buraks Angehörige seit dem Mord begleiten“, so eine Vertreterin der Initiative. Gemeinsam mit Familie und Freund*innen von Burak hat die Initiative den Verein Gedenkort für Burak Bektaş gegründet, der Träger des Mahnmals sein wird. Die Kunstgießerei Flierl hat den Guss der Skulptur bereits fertig gestellt, der Transport und die Montage wird zum 6. Todestag erfolgen.
Am Sonntag, 8. April, wird die Skulptur an der Rudower Straße/ Ecke Möwenweg nun feierlich eröffnet. Parallel findet ab 14 Uhr eine Gedenkdemonstration statt.
Madlen Haarbach ist freie Autorin beim Tagesspiegel. Sie freut sich über Kritik, Anregungen und Tipps bei Twitter oder per E-Mail.