Intro

von Madlen Haarbach

Veröffentlicht am 30.06.2021

auch wenn es gerade vom Himmel tropft – die vergangenen Wochen waren in Berlin vor allem eines: heiß und trocken. Im Juni war Berlin gar der wärmste Ort Deutschlands, in Brandenburg war gleichzeitig die Trockenheit am gravierendsten. Das vierte Jahr in Folge erleben wir also live und in Echtzeit, wie der Klimawandel sich auf unsere Region auswirkt.

Um den Folgen des Klimawandels in Berlin etwas entgegenzusetzen, brauchen die Pflanzen und Straßenbäume vor allem eins: Wasser. Und um an dieses zu gelangen, braucht es funktionierende Brunnen. Im Umweltausschuss des Abgeordnetenhauses hat sich unter anderem der Neuköllner Grünen-Abgeordnete Georg Kössler dafür eingesetzt, dass die Trinkbrunnen der Stadt künftig von den Wasserbetrieben gewartet werden – und nicht wie bisher im Pingpong zwischen Senat und Bezirken versanden. Das erste Pilotprojekt zur Reparatur der Brunnen startet ab Mitte 2022 in Neukölln: Insgesamt 50 Brunnen sollen im Rahmen des Testlaufes im Bezirk repariert werden, zehn davon neu gebohrt. Tatsächlich gibt es im Bezirk aber viel mehr Brunnen.

Der Abgeordnete Kössler ruft daher Anwohnende dazu auf, sich an das Bezirksamt, die Wasserbetriebe oder ihn zu wenden, wenn ein Brunnen defekt ist und schnell repariert werden soll. „Denn es ist wichtig, dass die Reparaturen dort stattfinden, wo aktive Bürger:innen ihn auch nutzen. Gerade in den zunehmenden Hitzewellen (Klimawandel ick hör dir trapsen!) ist es unabdingbar, dass so viel wie möglich mithelfen, unsere Bäume am Leben zu halten“, schreibt Kössler dazu und verspricht, sich für die Brunnen einzusetzen. Diese sind allerdings nicht nur für die Bäumebewässerung wichtig – sondern auch für die Notversorgung mit Trinkwasser. Hier beschreibt mein Kollege Stefan Jacobs, wie mit Sprengstoff alte Brunnen in Berlin wiederbelebt werden. Weitere Infos zum Pilotprojekt der Wasserbetriebe und zum Zustand der Berliner Brunnen finden Sie hier im Senatsbericht (PDF). Eine vollständige Auflistung der insgesamt 217 Brunnen im Bezirk finden Sie auf Wikipedia.

Um das Thema Wasser dreht sich auch unsere neue Sommerserie im Berlin-Teil des Tagesspiegels: Hier erklärt Stefan Jacobs, unser Mann für Wasser, Müll und Verkehr, in der ersten Folge, woher unser Wasser kommt und wie der flüssige Kreislauf Berlins funktioniert (Abo). In der zweiten Folge spricht Jörg Simon, langjähriger Chef der Wasserbetriebe, über die Anpassung an den Klimawandel – und darüber, wie ein Flussbad in der Spree umgesetzt werden könnte (ebenfalls Abo). Weitere Infos zu der Serie und ihren Inhalten gibt es hier.

Madlen Haarbach ist Redakteurin im Berlin-Ressort beim Tagesspiegel. Sie freut sich über Kritik, Anregungen und Tipps bei Twitter oder per E-Mail.