Namen & Neues

Grüne Freiräume bedroht

Veröffentlicht am 22.11.2017 von Madlen Haarbach

Seit sechs Jahren beackern die freiwilligen Gärtner*innen der Prachttomate gemeinsam eine vermeintliche Brachfläche im Neuköllner Rollbergkiez. Nach und nach verwandelten sie den ehemaligen Müllplatz in ein blühendes Paradies, in dem neben riesigen Tomaten auch allerlei andere seltene Obst-und Gemüsesorten wachsen. Doch nun droht der Prachttomate das Aus: Bereits im September kündigte die Eigentümergesellschat einer der drei Teilflächen, auf denen sich das Gemeinschaftsgartenprojekt befindet, den Gärtner*innen den Vertrag. Eine vorläufige Duldung bis zum 15. November wurde vereinbart, die am Mittwoch auslief.  Der zuständige Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung, Jochen Biedermann (Grüne), berief einen runden Tisch mit der Eigentümergesellschaft ein, der jedoch zu keinem Ergebnis kam. Die Eigentümer halten an ihrer Entscheidung fest, sie wollen das schlauchförmige Grundstück veräußern. Derzeit prüft der Bezirk, ob eventuell die öffentliche Hand als Käufer einspringen könnte. „Aber eine solche Lösung, sofern sie denn zustande kommt, würde nicht zwangsläufig den Weiterbestand der Prachttomate sichern“, so Biedermann. Es müsste auch in solch einem Fall überlegt werden, wie sich die Interessen des Bezirks, der dringend Flächen für die Errichtung sozialer Infrastruktur benötigt, mit dem Nutzungskonzept des Gemeinschaftsgartens verbinden lassen.

Derweil räumten die Gärtner*innen in den vergangenen Wochen schweren Herzens die betroffene Teilfläche. „Was anstelle der Hochbeete, darunter auch die Beete einer Kita und eines Workshop-Projektes mit Schulkindern, kommt, wissen wir nicht“, sagt Thomas, einer der Gärtner. Die Gärtner*innen haben Angst, dass die Verkleinerung der Fläche der Anfang vom Ende sein könnte und bald auch die angrenzende, zweite Teilfläche gekündigt wird.

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