Namen & Neues
Schlusslicht
Veröffentlicht am 18.04.2018 von Madlen Haarbach
Neukölln ist mal wieder Letzter. Neben allen den anderen Sorgen findet sich bei uns nun auch noch die schlechteste U-Bahn-Station (berliner-zeitung.de). Das finden zumindest Google-Nutzer*innen im Rating: Die Station Schönleinstraße, die zur Hälfte zum Nachbarbezirk Kreuzberg gehört, kommt hier auf magere 2,6 von 5 möglichen Sternen. „Nur Kotze auf Boden und Rocky Shamoni gibt Konzerte, es ist ein Graus“ schreibt da etwa BVG-Nutzer Jürgen Freiraum. Nutzer Robin Hildisch wahrsagt gar: „Ganz bestimmt der schlimmste U-Bahnhof Berlins, wobei die Top 5 bestimmt ohnehin in Neukölln liegt.“ Oder, mein persönliches Highlight von Stephan Wall: „U-Bahnhof Schönleinstraße: der urbane Vorhof zur Hölle, der Boulevard of broken dreams“, oder wie Katharina Göritz es ausdrückt: „Wer das Flair eines postapokalyptischen Films genießen möchte, ist hier genau richtig.“
So poetisch diese Kritik anmutet, so wahr ist sie teils im Kern. Andere Nutzer bemängeln die fehlende Barrierefreiheit (es gibt keinen Fahrstuhl!), Probleme mit Kriminalität, Dreck, Müll und den generellen Verfall. Nachbarbahnhöfe wie Rathaus Neukölln (3,5 Sterne) oder Hermannplatz (3,7 (!)) schneiden da überraschenderweise deutlich besser ab. Selbst der S-Bahnhof Neukölln schafft immerhin 2,7 Sterne („schlimmer ist nur der Kotti“). Weiter südlich sind die Neuköllner*innen offenbar sogar fast zufrieden: Rudow kommt auf 3,5, Britz Süd gar auf 3,9 Sterne. Auch die übrigen südlichen U7-Bahnhöfe erhalten ähnliche Noten.
Anmerkung: Wegen Unklarheiten bezüglich der Bezirksgrenzen wurde der Hinweis, dass sich der Bahnhof Schönleinstraße auch auf Kreuzberger Territorium befindet, nachträglich ergänzt.