Namen & Neues

Zuckmayer-Oberschule sammelt Unterschriften für Schulerweiterung

Veröffentlicht am 13.06.2018 von Maria Kotsev

Der idyllische Körnerpark ist an diesem Samstagnachmittag rappelvoll, die Sonne strahlt vom Himmel, die Grünflächen werden von jungen Familien, feiernden Jugendlichen und nach Sonnenstrahlen haschenden Menschen bevölkert. Perfekte Bedingungen für einen entspannten Nachmittag. Perfekte Bedingungen sind das auch für drei Schülerinnen der in der Nähe gelegenen Zuckmayer-Oberschule, die an ihrem freien Tag mit Stift und Zettel ausgestattet im Auftrag ihres Schulleiters, Steffen Eckardt, in schulpolitischer Mission unterwegs sind: Sie sammeln Unterschriften für die Erweiterung ihrer Schule. „Es ist echt schlimm, wir werden in Klassen mit 30 Schülern gesteckt, weil kein Platz da ist. Nächstes Jahr kommen neue Schüler dazu, wir brauchen dringend neue Klassenzimmer und Chemie- und Physikräume“, beklagt eines der drei Mädchen. „Deswegen brauchen wir Ihre Hilfe, es müssen genug Leute unterschreiben, damit die Stadt merkt, dass wir ein Problem haben“. Fast jede*r Gefragte sichert den Mädchen mit einer Unterschrift Unterstützung zu.

Steffen Eckardt dürfte das freuen, denn mit der Unterschriftensammlung möchte der Schulleiter einen Vorschlag für die Investitionsplanung des Bezirks machen und bewirken, dass finanzielle Mittel aus Neukölln für einen Ausbau der Zuckmayer-Oberschule in der Kopfstraße 55 verwendet werden. „Momentan sind wir 370 Schülerinnen und Schüler, Tendenz steigend. Mehr als 400 geht nicht, dafür haben wir räumlich keine Kapazitäten“, erklärt Eckardt auf Anfrage. Neben Klassen- und Fachräumen benötige die Schule dringend eine Mensa: „Derzeit haben wir nur eine Cafeteria, in die 70 bis 80 Schüler reinpassen. Richtiges Mittagessen können wir deshalb nicht anbieten und das ist für eine Ganztagsschule natürlich schwierig“.

Neu ist das Platzproblem nicht, der Schulleiter wollte bereits im Rahmen des Förderungsprogramms „Soziale Stadt“ eine Erweiterung des Schulbaus erwirken. Aus den Plänen wurde jedoch nichts, denn „dafür braucht man einen Bauantrag, ich verfüge da aber nicht über ausreichend Kenntnisse“, erklärt Eckardt. „Man braucht jemanden Fachkundiges, der das Projekt betreut, aber der Personalmangel in den Bauämtern ist ja bekannt. Also konnte der Antrag nicht gestellt werden.“ Eine Fläche, auf der gebaut werden könnte, gäbe es auch schon, auf der sogar ein Schulerweiterungsbau vom Bezirk geplant ist. Diese liegt jedoch brach. Sie befindet sowohl in der Nähe der Zuckmayer-Oberschule, als auch der benachbarten Regenbogen-Grundschule. Die brauche auch dringend Räume. „Es gibt wohl Schulen, die sind noch ärmer dran als wir und wir hatten nicht die absolute Priorität“, erklärt sich Eckardt die Situation. Was das Schulamt Neukölln dazu sagt? Um die Frage qualifiziert zu beantworten, brauche es noch Zeit. Also an dieser Stelle: To be continued …

Doch trotz der, euphemistisch gesagt, ungünstigen Situation ist Konkurrenzdenken bei dem Schulleiter nicht zu erkennen. Da es der Regenbogen-Grundschule auch an Platz für eine anständige Essensausgabe mangelte, wurde in der Oberschule ein ehemaliges Sekretariatsbüro umgebaut, wo nun täglich zwei bis drei Grundschulklassen der Nachbarschule zum Mittagessen herkommen. Für mehr als 60 Kinder reicht aber auch hier der Platz nicht, weshalb die Schüler*innen der Zuckmayer Oberschule von dem Umbau nicht profitieren. Ob das nicht zynisch sei? „Das ist eben Neukölln“, seufzt Eckardt.

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