Namen & Neues

Zuckmayer-Oberschule: Mathe lernen mit dem Neukölln-Newsletter

Veröffentlicht am 20.06.2018 von Maria Kotsev

Im Checkpoint lernen wir regelmäßig gemeinsam Mathe. Das empfehle ich allen, die ihren Hirnschmalz anstrengen wollen. Jetzt eine Aufgabe für Sie: Wenn eine Schule Platz für 400 Schüler*innen hat und momentan 370 Schüler*innen sie besuchen, wie viele können dann – unter Berücksichtigung steigender Jahrgangsstärken aufgrund aktueller Fertilitäts- und Migrationsraten – noch dazukommen? Na? Sie ahnen es, es ist so leicht, wie Sie denken: Noch 30. Oder sinngemäß nach Schulstadträtin Karin Korte: „Er kann momentan nur so viele Schüler*innen aufnehmen, wie er Platz hat“.

„Er“ ist in diesem Fall Steffen Eckardt, der Schulleiter der Zuckmayer-Oberschule in der Kopfstraße 55. Der schickt, wie berichtet, seine Schüler*innen momentan zum Unterschriftensammeln durch Neukölln, um zu bewirken, dass der Bezirk die Erweiterung seiner Schule finanziert. Neben mehr Klassen- und Fachräumen braucht die Ganztagsschule dringend eine Mensa, wo die Kinder ordentlich zu Mittag essen können. Eine Fläche dafür gäbe es schon, direkt neben der Schule, dort befindet sich momentan ein kleiner Spielplatz für die Schüler*innen. Weshalb dort nichts passiert? Darauf war uns das Schulamt noch eine Antwort schuldig…

„Hier könnte in der Tat ein Schulerweiterungsbau hin, der sich wie ein Riegel an das bestehende Schulgebäude schmiegt“, bestätigt Bärbel Ruben vom Bezirksamt, Abteilung für Bildung und Schule – aber nicht zu früh freuen: „Das sind die Vorstellungen der Schülerinnen und Schüler und des Schulleiters.“ Aber beim Schulamt wurde doch schon ein Erweiterungsbau angemeldet? „Angemeldet bedeutet, dass der Wunsch besteht, aber nicht die Investitionsplanung dazu“, erklärt Karin Korte.

Die Investitionsplanung des Bezirks enthält keinen Anbau an die Zuckmayer Schule, genauso wenig wie an die benachbarte Regenbogen-Grundschule, die auch aus allen Nähten platzt. Immerhin: Als Trostpreis quasi wurden die Schulen in das „Integrierte Handlungs-und Entwicklungskonzept der Steuerungsrunden und Quartiersräte Rollberg und Körnerpark“ aufgenommen. Was das genau bedeutet? Viel Bürokratie, wenig Aussicht auf praktische Erfolge – denn Investitionsplan geht vor Quartierskonzept.

Alles eine Frage der Prioritäten: „Wir können nicht alle Wünsche erfüllen, weil etwa der Campus Rütli fertig werden muss“, konstatiert Korte. Auch der Campus Efeuweg in Gropiusstadt habe Vorrang, sowie Schulen, in denen etwa Schultoiletten saniert werden müssen. Denn Geld ist nur begrenzt da. Trotzdem würde man die Vorschläge der Schülerinnen und Schüler der Zuckmayer-Schule ernst nehmen und die Möglichkeiten der Realisierung überprüfen. Doch das Problem gebe es leider grundsätzlich, dass alle sagen: „Wir haben keinen Platz“. Um mit den Worten des Schulleiters Eckardt zu schließen: „Das ist eben Neukölln.“