Namen & Neues

Die Kinder wollen lernen - nicht schwitzen

Veröffentlicht am 27.06.2018 von Judith Langowski

Kreative Plakate hatten sie dabei und jede Menge Argumente, um Martin Hikel zu überzeugen: „Bei 30 Grad kann niemand lernen“, hieß es da und „Selbst die Fische schwitzen“. Alles was die Kinder der Karlsgarten-Grundschule fordern, ist ein funktionierender Hitzeschutz. Kreativ ist nämlich auch die Architektur der Schule mit großen Glasfenstern und, Achtung, Glasdach. Darunter wird es richtig heiß, bis zu 40 Grad im Klassenzimmer, wie das Temperaturprotokoll einer Schülerin zeigt, dass sie zum Treffen mit dem Bezirksbürgermeister am vergangenen Freitag mitbrachte.

Hikel, selbst mal Lehrer, hörte sich die Forderungen der neun Schülerinnen und Schüler aus dem Schulparlament an und war d’accord: „Kinder, so geht das nicht!“ Es gibt zwar ein Sonnensegel, das vor vier Jahren über dem Glasdach angebracht wurde. Da es aber ungewöhnlich groß ist, wurde es nur einmal ausgefahren, danach hätte es nicht mehr funktioniert, berichteten die Schülerinnen. „Es wird richtig, richtig heiß!“, ruft eine Schülerin aus, deshalb fiele oft die siebte Stunde aus. Besonders in den oberen Etagen sei es unerträglich, die Stunden finden manchmal auf dem Hof statt, wenn Platz ist. Auch der Boden, praktischerweise mit dunklen Fliesen belegt, wird an manchen Tagen brennend heiß.

Der Bezirk ist seit Jahren im Streit mit der beauftragten Firma, die beteuern würde, das Segel korrekt angebracht zu haben. Nun gehe es darum, wer zahle, erklärte Hikel den Kindern. Am heutigen Mittwoch werden Elternsprecherinnen der Karlsgartenschule ihre Fragen in der BVV stellen. Es gäbe nämlich noch andere Möglichkeiten, die Schüler*innen vor Hitze zu schützen, beispielsweise mit Jalousien, die dem Bezirk bisher zu teuer waren. Hikel schlug eine unverbindliche Begehung mit Architekten und der Bildungsstadträtin Karin Korte (SPD) vor, mit der die Schule im August ein Treffen hat.

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