Namen & Neues

Problemkiez: Verdrängung und Armut in der Buschkrugallee Nord

Veröffentlicht am 25.07.2018 von Madlen Haarbach

Im Monitoring Soziale Stadtentwicklung für 2017 (PDF hier) werden in Neukölln sechs Gebiete ausgewiesen, die mindestens seit 2015 einen „besonderen Aufmerksamkeitsbedarf“ haben: Die Kieze rund um die Silbersteinstraße, den Rollberg, die Glasower Straße, die Treptower Straße Nord, die Weiße Siedlung und den Schulenburgpark. Es handelt sich um Orte mit „sehr niedrigem Status und stabiler Dynamik“. Einige Gebiete wurden neu in den Bericht aufgenommen: das Gewerbegebiet Köllnische Heide, die Buschkrugallee Nord und Gropiusstadt Nord. Eine positive Entwicklung war in keinem der bereits 2015 für Neukölln aufgelisteten Gebiete zu verzeichnen.

Die RBB Abendschau hat kürzlich den Kiez rund um die Buschkrugallee Nord besucht. Die Daten sind alarmierend: 11,4 Prozent der Anwohner*innen sind arbeitslos, 3,4 Prozent gelten als langzeitarbeitslos. 25,8 Prozent sind als Aufstocker registriert und 53 Prozent der Kinder sind arm. Die Altersarmut ist stark angestiegen. Allerdings steigen auch hier die Mieten teilweise rasant und die Menschen fürchten um ihre Wohnungen. Der Kiez sei zur Problemregion geworden, sagt Stadtrat Jochen Biedermann (Grüne): „Wir sehen da eine Entwicklung, die sich von dem Rest des Bezirks und der Stadt weitgehend abgekoppelt hat“, urteilt er und ergänzt: „Wir haben einen sehr starken Zuzug an Bevölkerung und auf der anderen Seite eine sehr starke Zunahme an Armut, an Kinderarmut und generell auch an Arbeitslosigkeit.“

Sein Fazit: „Da sieht man glaub ich sehr deutlich dran, dass Verdrängung keine Probleme löst.“ Denn in den Kiez würden viele Menschen ziehen, die sich im nördlichen Neukölln keine Miete mehr leisten können. Diese würden dann die alteingesessene Nachbarschaft verdrängen, da die Mietkosten durch den Zuzug steigen. Ein Quartiersmanagement gibt es im Kiez bislang nicht. rbb-online.de

Anzeige