Namen & Neues

Was Neuköllner Politiker*innen für das neue Jahr wünschen

Veröffentlicht am 02.01.2019 von Madlen Haarbach

Martin Hikel, Bezirksbürgermeister (SPD): Ich wünsche mir mehr Rücksichtnahme im Alltag. Deshalb freue ich mich über jeden, der auf den Pappbecher zu Gunsten des Mehrwegbechers verzichtet oder im Straßenverkehr mal dem anderen den Vortritt lässt. Als Bezirksamt werden wir das unterstützen, indem wir unsere Anti-Müll-Kampagne „Schön wie wir“ weiterentwickeln und unser Verkehrsnetz gleichberechtigt ausbauen werden.

Falko Liecke, Stadtrat für Jugend und Gesundheit & stellv. Bezirksbürgermeister (CDU): Meine Wünsche für Neukölln sind…

– genug gut bezahlte Erzieherinnen und Erzieher, damit der wichtige Bildungsauftrag fachgerecht umgesetzt werden kann,

– eine berlinweit abgestimmte Clanstrategie, die nicht nur parteipolitisch umgesetzt wird,

– die Erhöhung der Zuschüsse für unsere Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen, um eine bedarfsgerechte Arbeit zu gewährleisten.

Jochen Biedermann, Stadtrat für Stadtentwicklung, Soziales und Bürgerdienste (Grüne): Ich wünsche mir, dass wir 2019 endlich wirksame Wege aus der Wohnungskrise finden. Dass viel weniger Menschen Angst haben müssen, ihr Zuhause zu verlieren. Dass es viel weniger Zwangsräumungen gibt und viel weniger Obdachlosigkeit. Dass es gelingt, Geschäftsmodellen, die ohne Rücksicht auf Neukölln nur auf Profitmaximierung abzielen, den Riegel vorzuschieben.

Karin Korte, Stadträtin für Bildung und Sport (SPD): Unsere Schulen werden zunehmend wichtiger für die Stadtteilarbeit in unseren Kiezen. Die Stadtgesellschaft erwartet, dass Schulen sich nach außen öffnen und dort auch Angebote z.B. der Volkshochschulen, der Musikschulen, der Sportvereine und von anderen Initiativen stattfinden. Ich finde das richtig, denn Schulen und offene Bildungsangebote spielen eine große Rolle für den Zusammenhalt in einem Stadtteil. Deshalb wünsche ich mir und werde mich dafür einsetzen, dass bei den diesjährigen Haushaltsverhandlungen mehr Geld eingestellt wird für zusätzliche Personalkosten von Hausmeistern und für ausreichende Reinigungsleistungen in Schulen. Immer mehr Angebote in unseren Schulen bei gleichbleibenden Ressourcen – das funktioniert nicht.

Bernward Eberenz, Umweltstadtrat (CDU): Innerstädtische Grüne Infrastruktur ist ein Schutzgut wie Wohnraum – und leider, genauso wie Mieten, betroffen von Profit- und Spekulationsinteressen, auch in Neukölln! Genügend Freiflächen und kleine wie mittlere grüne Lungen sind aber unverzichtbar für urbane Lebensqualität, unverzichtbar auch dafür, Neukölln widerstandsfähiger gegen Extremwetter zu machen, und nicht zuletzt unverzichtbar für ein wahrhaft gelebtes Miteinander von Mensch und Natur auch in der Stadt. Daher wünsche ich mir für das kommende Jahr zum Wohle aller Neuköllnerinnen und Neuköllner erfolgreich an der gesamtstädtischen Konzeption für eine Sicherung und Entwicklung Grüner Infrastruktur mitwirken und so dafür sorgen zu können, dass vorhandene und dringend weiter benötigte Flächen Grüner Infrastruktur nicht spekulativen Interessen zum Opfer fallen.

Niklas Schrader, Abgeordneter (Die Linke): Ich finde es großartig, wie die Neuköllner*innen zusammenstehen gegen die gewaltsamen Einschüchterungsversuche von Nazis und ich wünsche mir, dass die Täter im nächsten Jahr gefasst und vor Gericht gestellt werden. Danke sagen möchte ich den Beschäftigten in der Geburtsstation des Klinikums Neukölln für die gute Betreuung bei der Geburt meiner zweiten Tochter sowie den dortigen Mitarbeiterinnen des Standesamts für die schnelle Bereitstellung der Geburtsurkunde (soll ja anderswo etwas länger dauern).

Nicola Böcker-Giannini, Abgeordnete (SPD): Ich wünsche mir, dass Neukölln auch 2019 der lebenswerte und vielfältige Bezirk bleibt, der er ist. Mir ist deshalb wichtig, dass sich alle Menschen, unabhängig von ihrer Herkunft, ihrer Religion, ihrem Geschlecht oder ihrer sexuellen Identität überall im Bezirk frei und sicher bewegen können. Damit alle Menschen auch gerne hier leben, wünsche ich mir insbesondere für Nord-Neukölln, dass unser Kiez sauberer wird und wir es alle gemeinsam schaffen, die Straßen, Plätze und Parks müllfrei zu halten.

Georg Kössler, Abgeordneter (Grüne): Ich wünsche mir für Neukölln natürlich, dass sich in 2019 der Mietmarkt etwas entspannt und wir dennoch weiterhin ein kreativer und weltoffener HotSpot bleiben. Vom Bezirk wünsche ich mir mehr Klimaschutz und Fortschritte bei neuen Fahrradstraßen.

Fritz Felgentreu, Bundestagsabgeordneter (SPD): Ich wünsche mir für 2019, dass wir die Grundgesetz-Änderung für Schulhorte und Sozialen Wohnungsbau durchkriegen. Denn die härtesten Kieze brauchen die besten Schulen – und Neukölln braucht bezahlbare Wohnungen. In diesem Zusammenhang hoffe ich, dass ‚BoeThie’ und ‚Syndikat‘ bleiben und wir als Neuköllner Politik weiterhin geschlossen gegen Mietwucher und -spekulation ankämpfen. Außerdem wünsche ich mir, dass der neue soziale Arbeitsmarkt in Neukölln ein Erfolg wird. Das Teilhabechancengesetz bringt für Langzeitarbeitslose neue Möglichkeiten auf einem öffentlich geförderten Arbeitsmarkt – und das zu Tariflohn.

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