Namen & Neues

Psychiatrischer Notdienst muss eingestellt werden

Veröffentlicht am 10.07.2019 von Julia Weiss

Sechs Psychologen sollten eigentlich beim Sozialpsychiatrischen Dienst (SpD) des Bezirksamts Neukölln arbeiten. So steht es im Stellenplan. In Wirklichkeit arbeiten dort aber derzeit nur drei, und das hat Folgen: Die frühzeitige sozialpsychiatrische Versorgung im Bezirk ist akut gefährdet. Denn die Psychologen können nicht hinzukommen, wenn zum Beispiel Polizei oder Feuerwehr eine oder mehrere psychisch auffällige Personen antreffen. Das berichtete mein Kollege Frank Bachner.

Jetzt sind Polizei und Feuerwehr in den allermeisten Fällen auf sich gestellt. Da sie keine Psychologen sind, weisen sie auffällige Menschen automatisch ein. Ein Anruf beim SpD ist zwecklos. Dort antwortet in den allermeisten Fällen nur der Anrufbeantworter.

Im Neuköllner Gesundheitsamt fehlt das Personal. Derzeit seien sieben Arztstellen nicht besetzt, teilt Sprecher Hannes Rehfeldt mit. Und ab September werde es weder einen leitenden Amtsarzt noch einen Stellvertreter für ihn geben.

Gesundheitsstadtrat Falko Liecke (CDU) macht die Senatsverwaltung für Finanzen dafür verantwortlich. „Neueinstellungen scheitern mit Blick auf die derzeitige Bezahlung“, sagt er. „Berlin ist hier nicht konkurrenzfähig.“ Erst kürzlich habe ein vielversprechender Bewerber aus einem anderen Bundesland abgesagt, weil er als leitender Amtsarzt in Neukölln trotz Beförderung 1000 Euro weniger verdient hätte.

Nächstes Jahr sollen Amtsarztstellen immerhin höher als bisher besoldet werden. Das bedeutet eine Gehaltserhöhung zwischen 320 und 1900 Euro im Monat.

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