Namen & Neues

Bezirksamt plant größtmögliche Bebauung ehemaliger Friedhofsflächen

Veröffentlicht am 06.11.2019 von Madlen Haarbach

In Neukölln gibt es wenig Freiflächen für Wohnungbau. Mit einer Bevölkerungsdichte von 7079 Einwohner*innen pro Quadratkilometer ist Neukölln nach Friedrichshain-Kreuzberg und Mitte einer der am dichtesten besiedelten Bezirke Berlins. Zwischen 2015 und 2019 war von berlinweit insgesamt rund 24.000 Neubauwohnungen lediglich für 573 Baustart in Neukölln. In den kommenden fünf Jahren sollen 1.617 folgen. Fertiggestellt wurden zwischen 2014 und 2018 2.052 Wohnungen. Der Senat sieht Potential für bis zu 8.000 zusätzliche Wohneinheiten bis 2025. Das geht aus der Antwort der Senatsverwaltung auf eine Anfrage der Abgeordneten Gabriele Gottwald (Linke) hervor.

Einer der wenigen Orte, an denen in den kommenden Jahren Wohnungen entstehen könnten, sind die ehemaligen Friedhofsflächen im Bezirk. Auf Anfrage des CDU-Verordneten André Schloßmacher erklärte Stadträtin Karin Korte, dass sich die Abteilung für Stadtplanung des Bezirksamtes dazu entschlossen habe, die im sogenannten Integrierten Friedhofskonzept (IFEK) als „Mega“ titulierte maximale Bebauung der Friedhofsflächen weiter zu verfolgen (siehe auch NL vom 24. April). Diese Entscheidung sei vor allem aus zwei Gründen getroffen worden, so Korte weiter: Einerseits würden die Friedhofsflächen das größte Potential für stadträumlich verträglichen Wohnungsbau im untersuchten Gebiet darstellen. Dadurch solle der angespannte Wohnungsmarkt entschärft und möglichen Verdrängungsprozessen entgegengewirkt werden. „Bei der Entscheidung war somit wesentlich, dass bei einer Umwandlung bisheriger Friedhofsflächen der damit erzielte Gewinn für den dringend benötigten Wohnungsbau möglichst groß ausfallen muss“, so Korte weiter. Andererseits sei die Umgebung der Friedhofsflächen durch eine hohe Bebauungsdichte geprägt, erklärte Korte. Eine neue Bebauung solle sich auch städtebaulich in die Umgebung fügen, um „nicht wie ein Fremdkörper zu wirken“. – Text: Madlen Haarbach

Foto: Kitty Kleist-Heinrich

+++
Diesen Text haben wir dem neuen Tagesspiegel-Newsletter für den Berliner Bezirk Neukölln entnommen. Den Newsletter gibt es in voller Länge und kostenlos unter leute.tagesspiegel.de.
+++
Meine Newsletter-Themen – hier eine Auswahl. +++ Nachbarschaft: Irina Pais schneidert Mode für Menschen mit Handicap +++Was wird aus dem Hermannplatz? +++ Neue Quartiersmanagementgebiete ab 2021 +++ Betroffene fordern Untersuchungsausschuss zu rechter Anschlagsserie +++ Mobbt der Anti-Mobbing-Trainer? BVV diskutiert über Zusammenarbeit mit „Camp Stahl“ +++ Tipp: Neuköllner Buchläden gegen Rechtspopulismus +++

Anzeige