Namen & Neues

Wie Schulen und Kitas die Verkehrssicherheit der Kinder erhöhen wollen

Veröffentlicht am 04.12.2019 von Madlen Haarbach

Wie Schulen und Kitas die Verkehrssicherheit der Kinder erhöhen wollen. Bleiben wir noch kurz bei den jungen Leuten in Berlin-Neukölln: In einer großen Anfrage erkundigte sich der Grünen-Fraktionsvorsitzende Bernd Szczepanski nach der Beteiligung an der Aktion „Zu Fuß zur Schule“, die der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) im September organisiert hat (mehr Infos hier). Bildungsstadträtin Karin Korte (SPD) antwortete ihm, dass die Schliemann-Schule, die Schule am Regenweiher, die Wetzlar-Schule und die Grundschule in der Köllnischen Heide an der Aktion teilgenommen hätten.

Die Grundschule in der Köllnischen Heide habe an einer Aktion des Quartiersmanagements teilgenommen, die gemeinsam mit der Polizei und dem Familien-Forum High-Deck organisiert wurde, erläuterte Korte. Von Anfang August bis Ende September gab es demnach Sammelpunkte entlang der Sonnenallee, von denen aus die Grundschüler*innen gemeinsam einen sicheren Schulweg üben konnten. Dafür hätten die Kinder des Kindertreffs „Waschküche“ gemeinsam mit ihren Eltern Transparente mit der Aufschrift „Zu Fuß zur Schule“ gestaltet. Mit diesen wurden dann morgens die Sammelpunkte markiert.

Als „leuchtendes Beispiel“ für einen sicheren Schulweg nannte Korte die Schule am Sandsteinweg. Die Schule verstehe sich als Umweltschule und wolle das umweltverträgliche, nachhaltige Verhalten der Schüler*innen fördern. Der Bereich rund um die Schule solle auto- und emmissionsfrei gehalten werden. Dafür sollen die Schüler*innen zumindest den letzten Teil ihres Schulweges zu Fuß, mit dem Roller oder dem Fahrrad bewältigen. Dabei werden sie von älteren Schulwegpat*innen aus der 6. Klasse unterstützt.

Auch mehrere Kitas beteiligten sich laut Korte an der diesjährigen Aktion des BUND. Von den landeseigenen nahmen die Kita in der Hänselstraße und die in der Wutzkyallee teil. Außerdem beteiligten sich die Katholische Kindertagesstätte St. Clara, Minihausen e.V., Kita Arielle 4 und die Stadtteilmütter Neukölln.

Für die Kinder sei eine frühe Mobilitäts- und Verkehrserziehung wichtig, sagte Korte. Das Problem der sogenannten „Elterntaxis“, also wenn Eltern ihre Kinder mit dem Auto bis zur Schule oder Kita bringen, sei den meisten pädagogischen Fachkräften im Bezirk bewusst und werde auch bei Elternabenden und in Einzelgesprächen thematisiert. In vielen Fällen wollten Kitas auch mit der Polizei zusammenarbeiten, etwa durch verschärfte Kontrollen oder Informationsveranstaltungen.

Korte ging auch auf das Projekt „Laufbus“ ein, dass die Konrad-Agahd-und die Peter-Petersen-Grundschule im Frühjahr 2019 gestartet haben (tagesspiegel.de). Grundsätzlich liege es allerdings im Ermessen jeder Schule, das Thema Verkehrserziehung und Schulwegsicherung zu verfolgen. Einen Königsweg zur Verbesserung der Verkehrssicherheit gebe es auch nicht, da sich die Gegebenheiten zwischen den einzelnen Schulen und Kitas unterscheiden würden.

Konkret auf die „Elterntaxis“ und die Kontrollen des Ordnungsamtes angesprochen, sagte Korte, dass im Jahr 2018 bei 259 Einsätzen vor Grundschulen und Kitas in den Morgenstunden insgesamt 701 Ordnungswidrigkeiten geahndet, 281 mündliche Verwarnungen ausgesprochen, 407 Präventionsgespräche geführt und neun Fahrzeuge umgesetzt worden seien. Für 2019 prognostizierte Korte ähnliche Zahlen. Eine nachhaltige Lösung sei durch die Kontrollen nicht zu erwarten, wandte sie weiter ein. Allerdings würde alleine die Präsenz der Ordnungshüter*innen die Situation oft verbessern. Zudem verwies Korte auf straßenbauliche Maßnahmen vor Kitas und Schulen, die für mehr Sicherheit sorgen sollen (etwa Halte-Zonen, Querungshilfen, Gehwegvorstreckungen). – Text: Madlen Haarbach
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