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Amtsarzt untersagt vorerst Umzug der Bewohner*innen der Gemeinschaftsunterkunft in der Gerlinger Straße

Veröffentlicht am 25.03.2020 von Madlen Haarbach

Ab Mittwoch sollten rund 170 Bewohner*innen der Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete in der Gerlinger Straße in Buckow mit Bussen in die Unterkunft in der Harleemer Straße umziehen. Das hat der Neuköllner Amtsarzt nun untersagt und verwies dabei auf die mögliche weitere Ausbreitung des Coronavirus. Das teilte Hannes Rehfeldt, Sprecher des Neuköllner Gesundheitsstadtrates Falko Liecke, auf Nachfrage mit.

Zuvor hatte unter anderem der Berliner Flüchtlingsrat  gegen den geplanten Umzug protestiert. Der Rat halte den Umzug in der aktuellen Situation nicht für verantwortbar, heißt es in einer Mitteilung.

Tempohome-Siedlung in Kreuzberg, Foto: Paul Zinken/dpa

Der Flüchtlingsrat verwies auf zum Teil beengtere Wohnverhältnisse in den neuen Unterkünften und wies auf die neue Zusammensetzung der Gruppen hin. Der Umzug selbst lasse sich kaum ohne unzählige Kontakte bewerkstelligen und auch das Personal der Unterkünfte müsse geschützt werden. Unter den Bewohner*innen seien auch viele Frauen, Kinder und Risikopatienten.

Auf der Fläche, auf der sich die Gemeinschaftsunterkunft befindet, will die landeseigene Wohnungsgesellschaft „Stadt und Land“ 900 Wohnungen bauen. Dieses Bauvorhaben könnte sich nun verzögern. Zur Zeit leben die Menschen dort in sogenannten Tempohomes. Aus der Senatsverwaltung für Integration und Soziales hieß es, der Grund für den geplanten Umzug sei der zeitlich befristete Mietvertrag für die Fläche gewesen. 106 Bewohner*innen der Tempohomes hätten bereits zuvor eigene Wohnungen der „Stadt und Land“ bezogen, für 46 weitere Geflüchtete würden aktuell noch geeignete Unterkünfte gesucht.