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34 Neuköllner Gastronom*innen fordern unbürokratische Erlaubnis für Pop-up-Gastro

Veröffentlicht am 03.06.2020 von Madlen Haarbach

Sie haben in einem offenen Brief vom Bezirksamt eine unbürokratische Erlaubnis für die Ausweitung ihrer Schankflächen gefordert. „Wir möchten Sie bitten, mit der Bezirksverwaltung einen einfachen, unbürokratischen Weg zu finden, uns Gastronomen die Nutzung von zwei bis drei Parkplätzen vor unseren Läden für die Außenbewirtschaftung zur Verfügung zu stellen“, heißt es in dem Brief, der dem Tagesspiegel vorliegt. Andere Bezirke machten vor, „was in Neukölln unter dem Motto ‚Arbeitsplätze statt Parkplätze‘ sicherlich auch möglich sein sollte“, heißt es weiter.

In der Antwort auf eine Anfrage des SPD-Verordneten Michael Morsbach sagte Bezirksbürgermeister Martin Hikel (SPD) bei der BVV am Dienstag, dass eine entsprechende Genehmigung allerdings stets im Einzelfalls geprüft werden müsse. Ausschlaggebend sei vor allem eine Prüfung der Verkehrssicherheit, speziell auch das Freihalten der Gehwege. Pauschale Erlaubnisse seien nicht möglich, sagte Hikel, allein weil die Gegebenheiten überall im Bezirk sehr unterschiedlich seien. Bislang hielte sich allerdings auch die Zahl entsprechender Anträge von Neuköllner Gastronom*innen in Grenzen. Auch ein pauschales Verbot etwa aus Lärmschutzgründen sei nicht möglich.

Er befürchte, dass neue Regelungen und Erlaubnisse nach Ende der Coronavirus-Pandemie schwer wieder zurückzudrehen seien, sagte Hikel weiter. „Bekanntlich hält nichts so lange wie ein Provisorium.“ Auch generell sei es für das Ordnungsamt bereits jeden Sommer eine Herausforderung, die Gehwege frei zu halten. Partymeilen oder sogenannte „Schankstraßen“ lehne das Bezirksamt grundsätzlich für Neukölln ab, sagte Hikel.

Parallel haben knapp 60 Berliner Bars und Kneipen erneut ein Rettungskonzept gefordert. Die „Bars of Berlin“, die hauptsächlich aus der queeren Szene kommen, fordern einen Runden Tisch „Gastfreundschaft und Vielfalt“ auf Senatsebene, berichtet meine Kollegin Judith Langowski. Aus Neukölln ist etwa die Bar Silverfuture in der Initiative vertreten. tagesspiegel.de

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