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Anwohner*innen beklagen "Partytourismus" in der Weserstraße

Veröffentlicht am 14.10.2020 von Madlen Haarbach

Bleiben wir noch kurz beim Thema Gastronomie: „Das ist meines Erachtens ein Desaster mit Ansage“, schreibt uns Andreas Berg zu den rasant steigenden Infektionszahlen in Neukölln. Berg ist Teil der AG Wohnumfeld, die sich für eine kiezverträgliche Nutzung des Reuterkiezes einsetzt. Er beklagt, dass viele Wirte im Reuterkiez gegen das Sondernutzungskonzept verstoßen würden, das bislang Tische auf dem sogenannten „Unterstreifen“, also zwischen Straße und Gehweg, verboten hatte.

„Ende August war die Situation in Weser- und angrenzenden Straßen so eskaliert, dass nun von beiden Seiten her (Unter- und Oberstreifen) die Außengastronomie die Gehwege komplett versperrte – von Abstandsregeln keine Spur. Die Leute standen nachts um 24:00 so dicht gedrängt, dass es den Anwohnenden kaum noch möglich war, ihre Häuser zu betreten ohne sich zu gefährden. In der Hasenheide kam es bei ähnlichen Situationen zu Großeinsätzen der Polizei, in den Nordneuköllner Partykiezen dagegen passierte nichts. Offensichtlich versuchte Neukölln zu diesem Zeitpunkt den Partytourismus noch irgendwie zu retten“, schreibt Berg. Sicherlich sei der Nordneuköllner „Partytourismus“ nicht der einzige Grund für die steigenden Infektionszahlen, „aber hier waren die Verstöße gegen die Maßnahmen zum Schutz vor Corona so eklatant und für jeden offensichtlich, dass hier sofort hätte eingegriffen werden müssen“, schreibt er weiter. Der Bezirk reagiere allerdings nur „extrem zähflüssig“.

 

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+++ Die Themen diese Woche:

  • Heizpilze, größere Außenflächen: Bezirksamt beschließt Sonderregeln für die Gastronomie
  • „In der Hasenheide kam es bei ähnlichen Situationen zu Großeinsätzen der Polizei“ – Ärger über „Partytourismus“ in der Weserstraße
  • Ryotaro Chikushi will das ehemalige C&A an der Karl-Marx-Straße in ein Zentrum für lokalen und internationalen Austausch verwandeln
  • Zahl der Corona-Fälle an Neuköllner Schulen steigt weiter drastisch – auch Rütli-Schule schickt Schüler*innen ins Homeoffice
  • Wie es mit dem ehemaligen Garten der Carl-Legien-Schule weitergehen soll
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