Namen & Neues
Senat will Britzer Flusskrebse aufspüren lassen
Veröffentlicht am 24.02.2021 von Madlen Haarbach
Nicht nur Menschen sind in Neukölln von Verdrängung bedroht – sondern offenbar auch Wasserlebewesen. Das hat den Senat dazu veranlasst, eine Flusskrebsbestandsuntersuchung für den Britzer Garten auszuschreiben. Hinter dieser bürokratischen Wortschöpfungsschönheit, mit der Sie garantiert jedes Scrabble-Spiel gewinnen, verbirgt sich im Wesentlichen eine Zählung der Krebse.
Die Ausschreibung lässt vermuten, dass die Flusskrebse jene sind, die andere Arten verdrängen: In Berlin gibt es derzeit fünf invasive Krebsarten, einer davon, der Rote Amerikanische Sumpfkrebs, wird aktuell von einem Berufsfischer aus dem Britzer Garten und dem Röthepfuhl in Rudow gekeschert. In der Ausschreibung heißt es, dass die Krebse einen „Fraßdruck“ etwa auf andere Amphibien oder Wasserpflanzen ausüben könnten. Sprich: Zu viele hungrige Krebse bringen womöglich das ökologische Gleichgewicht durcheinander. Die Untersuchung soll nun klären, wie viele Flusskrebse es im Britzer Garten überhaupt gibt – und welche Auswirkung die Fischerei auf ihren Bestand hat. Daraus soll dann geschlussfolgert werden, ab wie vielen Flusskrebsen das Gleichgewicht kippt – und ob womöglich mehr gefischt werden muss.