Namen & Neues

Wohnungen statt Gewerbe: Betriebe in Rudow fürchten um ihre Existenz

Veröffentlicht am 10.03.2021 von Madlen Haarbach

Am Rohrpfuhl, wenige hundert Meter vom Bahnhof Rudow entfernt, soll auf einem ehemaligen Bahngelände ein neues Wohngebiet entstehen. Aktuell wird die Fläche zwischen Groß Ziethener Chaussee und Rhodeländer Weg von verschiedenen Gewerbetreibenden genutzt, etwa dem Pflanzenmarkt Rudow. Die insgesamt zwölf Betriebe, die sich überwiegend in Familienhand befinden, fürchten nun um ihr Bestehen. Das Gelände gehörte ursprünglich der Mittenwalder Eisenbahn und wurde bereits vor einiger Zeit an einen Investor verkauft. Gültig wird der Kaufvertrag aber erst, wenn das Gelände von Bahngelände in ein Wohngebiet umgewidmet wurde. Viel Hoffnung, bezahlbare Alternativflächen in der Nachbarschaft zu finden, haben die Betriebe nicht. Einige nutzen die Fläche nach eigenen Angaben seit 40 Jahren – seit damals rollen dort keine Züge mehr.

Rund 170 Wohnungen könnten hier nun entstehen, wie das ganze aussehen soll sehen Sie hier (PDF). Bereits mehrfach war das Bauprojekt Thema im Stadtentwicklungsausschuss der Bezirksverordnetenversammlung. Der neue Eigentümer habe versichert, sich um Ersatzflächen zu bemühen, sagt der zuständige Baustadtrat Jochen Biedermann (Grüne). „Ob sich das bewahrheitet, wird sich zeigen“, ergänzt er. Allerdings hätten einige der Gewerbemieter:innen Pachtverträge, die bis in die 2030er Jahre laufen – was ihnen eine gute Verhandlungsgrundlage für eine Ersatzfläche biete. Tatsächlich Fakten schaffen würde aber auch erst ein neuer Bebauungsplan, und das Verfahren könne sich noch mehrere Jahre ziehen, sagt Biedermann. Ohne einen neuen B-Plan, der die Fläche zur Wohnfläche erklärt, können dort auch keine Wohnungen errichtet werden. Und da dem B-Plan auch die BVV zustimmen muss, gebe es da durchaus einen gewissen Verhandlungsspielraum für die Forderung nach Ersatzflächen, sagt Biedermann.