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Nach tödlichem Radunfall: Hikel kündigt Maßnahmen für mehr Verkehrssicherheit in der Oderstraße an

Veröffentlicht am 29.03.2021 von Madlen Haarbach

Nach dem tödlichen Unfall in der Oderstraße, bei dem ein abbiegender Lkw-Fahrer eine Radfahrerin überfuhr, hat Bezirksbürgermeister Martin Hikel (SPD) Maßnahmen für mehr Verkehrssicherheit angekündigt. In den Antworten auf mehrere mündliche Anfragen erklärte er in der vergangenen Bezirksverordnetenversammlung, dass das Bezirksamt gemeinsam mit der Polizei direkt im Anschluss an den Unfall den betroffenen Bereich in der Unfallkommission untersucht habe. Ein entsprechender Bericht der Kommission wird für die laufende Woche erwartet, stand bis Redaktionsschluss dieses Newsletters aber noch aus. „Ich will, dass wir diesen Kreuzungsbereich für Radfahrende insgesamt sicherer gestalten“, sagte Hikel.

Aktuell würden verschiedene kurz- und mittelfristige Maßnahmen geprüft. Auf Nachfrage erläutert Christian Berg, Sprecher des Bezirksbürgermeisters, dass bereits einige Maßnahmen vorabgestimmt seien – auch, wenn der finale Bericht der Unfallkommission noch nicht vorliege. Alle Maßnahmen seien unabhängig von der Fahrradstraße Oderstraße, die demnächst eingerichtet werden soll. Konkret geplant ist für das laufende Jahr Folgendes:

  • In nördlicher Fahrtrichtung (in Richtung Tempelhofer Feld), also zwischen Siegfriedstraße und Emser Straße, sollen die Parkplätze längs zur Fahrbahn gesetzt werden. Dort soll eine eigene Radspur entstehen.
  • Die Vorfahrtsregeln im Kreuzungsbereich Emser Straße/ Oderstraße sollen geprüft werden.
  • Die Pflasterung des ehemaligen Radwegs soll ausgetauscht werden, damit der Gehweg unmissverständlich als solcher erkennbar ist. Tatsächlich sei der Radweg genau aus dem Grund vor zwei Jahren aufgegeben worden, um Unfälle an der Grundstückseinfahrt zu verhindern – also genau auch die Art von Unfall, bei dem die Radfahrerin verstarb.
  • Kurzfristig sollen außerdem klare und verständliche Markierungen für Rad- und Autofahrer:innen angebracht werden. Auch im Kreuzungsbereich zwischen Oder- und Emserstraße prüft das Bezirksamt rote Fahrbahnmarkierungen.
  • Außerdem soll die Einfahrt zum Gewerbebereich durch den Eigentümer verbreitert und der Zaun in Richtung S-Bahn abgebaut werden, um die Sicht zu verbessern.

Sobald der Bericht der Unfallkommission vorliege, wolle das Bezirksamt die genannten Maßnahmen damit abgleichen und dann sofort einleiten, sagte Berg weiter.

Auf Anfrage des Verordneten Thomas Licher (Linke) sagte Hikel bei der BVV, dass es weitere ehemalige Hochbordradwege in Neukölln gebe, die ähnlich wie der betroffene Abschnitt in der Oderstraße aufgegeben wurden. Die Radfahrerin war zum Zeitpunkt des Unfalls auf einem entsprechenden ehemaligen Radweg unterwegs, der mittlerweile ausschließlich als Gehweg dienen soll – aber nicht als solcher erkennbar ist. Im nördlichen Teil wird der ehemalige Radweg mit einer Bake abgesperrt, diese ist aber etwa für Radfahrer:innen, die aus der Emser Straße kommen, nicht ersichtlich. Ähnliche Bakenabsperrungen eines ehemaligen Radweges gebe es etwa an der Neuköllnischen Allee an der östlichen Seite zwischen Planetenstraße und Grenzallee.

Hikel sagte aber auch: „Der furchtbare Unfall ist nach allem, was wir wissen, aber nicht der Infrastruktur geschuldet. Grundstückszufahrten auf gerader Strecke werden immer ein Risiko bergen, zudem sich auf einem Gehweg auch jederzeit Kinder und begleitende Erwachsene legal mit dem Fahrrad bewegen können. Ein baulicher Rückbau des Radwegs alleine würde die Situation an der Kreuzung Oderstraße / Emser Straße / Siegfriedstraße nicht verändern.“ Dennoch wolle er alles dafür tun, die Kreuzung und auch andere im Bezirk für alle sicherer zu machen.