Namen & Neues

Kein Vorstand mehr: Förderverein des Britzer Gartens droht die Auflösung

Veröffentlicht am 21.07.2021 von Madlen Haarbach

Der Britzer Garten entstand 1985 im Rahmen der Bundesgartenschau und wurde 1989 als eigenständiger Park eröffnet. Seit Jahren engagiert sich ein Förderkreis, die „Freunde des Britzer Gartens“, für den Park. 2002 wurde er offiziell als Verein vom ehemaligen Neuköllner Bezirksbürgermeister, Bodo Manegold (CDU), gegründet. Dem Verein droht nun allerdings die Auflösung: Sowohl Bodo Manegold als auch die übrigen sechs Vorstandsmitglieder haben ihre Ämter aufgegeben, Nachfolger:innen sind allerdings nicht in Sicht. Manegold plant dies bereits seit etwa vier Jahren, erzählt er am Telefon: Er engagiere sich seit Jahrzehnten für den Britzer Garten und habe noch weitere Projekte. Langsam sei es an der Zeit, das Amt abzugeben. Trotz der langen Vorlaufzeit fand sich unter den rund 400 Mitgliedern allerdings nur eine Person, die sich ein Amt im Vorstand vorstellen könnte. Dadurch bliebe der Verein ohne Vorstand, die Auflösung ist im Gespräch.

Bei einer Mitgliederversammlung im Juni sollte dies bereits beschlossen werden, allerdings verhinderte Mitglied Rainer Janßen quasi als Einzelkämpfer den Beschluss: Er überzeugte gerade so viele Mitglieder, gegen die Auflösung zu stimmen, dass das dafür notwendige Quorum von 75 Prozent knapp verfehlt wurde. Janßen bezeichnet sich selbst als „ständigen Besucher“ des Britzer Gartens seit 1985, den Verein hält er für eine „super Erfolgsgeschichte“. Dessen Hauptaufgabe war es bislang, zwischen der Betreiberin, der Grün Berlin, und den Besucher:innen des Parks zu vermitteln. Mit Spendengeldern finanzierte der Verein etwa neue Spielgeräte.

Der bisherige Vorstand sei mittlerweile geschlossen zurückgetreten, sagt Bodo Manegold. Er habe mit einem Anwalt ein Verfahren eingeleitet, um den Verein vom Amtsgericht auflösen zu lassen. Mit einem letzten Brief wolle er noch einmal an die Mitglieder appellieren, sich für ein Vorstandsamt zu melden – sonst werde bei einer weiteren Sitzung im September die finale Auflösung beschlossen. Manegold sieht in dem Fall auch ein klassisches Beispiel für, wie er sagt, das „allgemeine Vereinssterben“, dass er auch auf einen Generationenwechsel zurückführt. Mehr Infos zum Verein gibt es hier.