Namen & Neues

Was die Parteien mit dem Tempelhofer Feld vorhaben

Veröffentlicht am 04.08.2021 von Madlen Haarbach

  • SPD: „Eine Änderung des bestehenden Tempelhof-Gesetzes kann unserer Meinung nach nur durch einen Volksentscheid erfolgen, um alle Berlinerinnen und Berliner an der Diskussion über die Zukunft des Feldes zu beteiligen. Sollte sich die Mehrheit für eine Randbebauung aussprechen, wollen wir, dass städtische Wohnungsbaugesellschaften und Genossenschaften unter Beachtung von ökologischer Bauweise Wohnungen und soziale Infrastruktur bauen dürfen.“
  • CDU: „Das Tempelhofer Feld bietet viele Möglichkeiten. Die Randbebauung entlang der Autobahn und des Columbiadamms sind für uns eine gute Option. Die Hälfte des Feldes wollen wir mit der Anpflanzung eines Klima-Waldes aufwerten, um die wichtige Kühlfunktion für die Stadt zu sichern. Die CDU will mit diesen Vorschlägen Antworten auf drängende Fragen der Wohnungsknappheit und des Klimaschutzes geben. Und trotzdem steht noch genug Fläche für die Freizeitnutzungen der Berlinerinnen und Berliner zur Verfügung.“
  • Grüne: „Das Tempelhofer Feld ist ein einzigartiges urbanes Naherholungsgebiet mit großer sozialer und ökologischer Funktion. Berliner*innen, nicht nur Menschen aus dem dicht besiedelten Neuköllner Norden, die keinen Garten haben oder nicht ins Umland fahren können, haben das Feld zuletzt in der Corona-Pandemie zu schätzen gelernt. Seine Bedeutung für Artenvielfalt, für Erholung, Sport und als Lunge Berlins ist für uns unverzichtbar. Wir stehen klar zum Volksentscheid „100% Tempelhofer Feld” und lehnen parteipolitische Initiativen, das Feld zu bebauen, entschieden ab.“
  • Linke: „Das Tempelhofer Feld darf nicht bebaut oder privatisiert werden. Es ist ein einzigartiger, von der Bevölkerung viel genutzter Park. Es muss frei zugänglich und umsonst bleiben. Viele Menschen in den angrenzenden Kiezen haben keinen Garten oder Balkon. Gerade in Pandemie-Zeiten ist das Feld so wichtig. Als Kaltluftschneise ist es gut für das Stadtklima. Das Feld ist kein erschlossenes Bauland und soll es nicht werden. Mietenexplosion und das Wohnungsproblem werden nicht auf dem Feld gelöst.“
  • AfD: „Die AfD steht für direkte Demokratie. Da die derzeitige Situation dem Ergebnis einer Volksabstimmung entspricht, muss zunächst eine weitere erfolgen, bevor sich etwas ändern kann. Angesichts der Wohnraumknappheit wäre eine Randbebauung mit einem Anteil an mietpreisgebundenen Wohnungen aber wünschenswert. Östlich sollten der Sportpark und das Columbia-Bad ausgebaut werden. Der überwiegende Teil muss jedoch als Park zu nutzen sein. Zur Ringbahn hin könnten noch Schrebergärten entstehen, sowie im Bereich Komturstraße ein S-Bahnhof.“
  • FDP: „Wenn Senat und Bezirk ihre baupolitischen Hausaufgaben machen würden, wäre die Diskussion um das wertvolle Tempelhofer Feld bzw. dessen Bebauung gar nicht notwendig. Die Neuköllner FDP fordert die Schaffung von zusätzlichem Wohnraum durch Freigabe von genügend Bauflächen aus Landesbesitz. Zudem müssen Baugenehmigungsverfahren vereinfacht und beschleunigt werden. Es gibt noch viele Baulücken, die geschlossen werden können, und in Neukölln sollte es ermöglicht werden, Dachgeschosse auszubauen.“
  • Volt: „Wir wollen für das Tempelhofer Feld ein Konzept, welches Kunst- und Kulturveranstaltungen sowie Park-, Naturschutz- , Freizeit- und Sportflächen vorsieht. Bei der konkreten Ausgestaltung sollen Bürger*innen beteiligt werden. Aufgrund des angespannten Berliner Wohnungsmarktes, können wir uns eine soziale Randbebauung des Tempelhofer Feldes auf Basis eines Volksentscheides vorstellen. Die zu bebauende Randfläche soll nach dem Erbbaurecht ausschließlich an nicht-profitorientierte Akteur*ìnnen vergeben werden.“
  • Die PARTEI: „Wir werden das Tempelhofer Feld zum Tagebau (ohne Enteignung *hitlerbärtchensmiley_cDU/fDP) ausschreiben, um die Wirtschaft in Neukölln anzukurbeln. Dann werden wir junge Aktivist:innen anstiften diesen zu beenden, um die zivilgesellschaftlichen Themen (*grünensmiley) zu bedienen. Dies wird unter dem Motto „Tempi bleibt!“ (*linkensmiley) vorangetrieben, um dann einen See entstehen zu lassen, der der Naherholung und dem Tourismus (*zwinkersmiley_sPD) dienlich ist.“