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Leiter der Jugendkunstschule beklagt Gefahr für Kinder durch Baustelle

Veröffentlicht am 24.11.2021 von Madlen Haarbach

Seit August 2020 befindet sich in der Donaustraße eine Baustelle – in unmittelbarer Nachbarschaft zur Jugendkunstschule Young Arts in der Donaustraße 42. Ebenfalls seit diesem Zeitpunkt beklagt Christopher Vogl, Leiter der Jugendkunstschule, dass die Kinder und Jugendlichen dadurch auf dem Weg zum Gebäude gefährdet würden. In diversen Schreiben an die Neuköllner Behörden, die dem Tagesspiegel vorliegen, schildert Vogl immer wieder, dass die Sichtbeziehungen durch die Baustellencontainer und die Krümmung der Straße eingeschränkt seien und insbesondere der Bremsweg für Autos zu kurz sei. So betrage dieser lediglich 18 Meter – was schon bei einer Geschwindigkeit von 34 Kilometern pro Stunde nicht mehr ausreichend sei. Vorgeschrieben ist in der Donaustraße zwar Tempo 30 – daran hielten sich aber viele Autofahrer:innen nicht. Zudem gebe es immer wieder Probleme mit falsch geparkten Fahrzeugen.

Eine zwischendurch bereits installierte Gehwegvorstreckung und Hinweisschilder würden die Lage nicht verbessern, schildert Vogl. Er fordert einen temporären Fußgängerüberweg, eine Ampel oder zumindest temporäre Schwellen zur Geschwindigkeitsbegrenzung. Auch eine temporäre Einbahnstraßenregelung sei denkbar. Geplant sind die Bauarbeiten demnach bis Sommer 2022. In einem Erklärvideo versucht Vogl, der mittlerweile auch die Eltern der rund 350 Kinder und Jugendlichen angeschrieben hat, die Situation zu verdeutlichen: vimeo.com.

Allerdings teilen die Behörden Vogls Einschätzung der Gefährdung offenbar nicht – auch das geht aus dem Schriftwechsel hervor. Dem Tagesspiegel sagte Vogel: „Ich bin immer noch der Ansicht, dass der Bezirk seine Aufgaben auf fahrlässige Weise in unserem Fall vernachlässigt hat. Das Amt schätzt die Lage anders ein, hat mir aber auch nicht das immer wieder eingeforderte Schreiben geschickt, in dem ich als Leiter der Jugendkunstschule entlastet werde, dass keine Gefahr bestehe.“

Mittlerweile scheint aber etwas Bewegung in die Sache zu kommen. Der neu zuständige Stadtrat für Verkehr, Jochen Biedermann (Grüne), teilt auf Anfrage mit: „Durch die Baustellen ist die Situation dort ohne Frage unübersichtlich. Wir sehen die Sorgen und nehmen sie ernst.“ Das Bezirksamt habe die Situation deshalb im letzten Jahr immer wieder überprüft und in der Folge Anpassungen vor Ort vorgenommen, die aus dessen Sicht für mehr Sicherheit sorgen sollen. Dabei sei auch die Polizei involviert gewesen, die die Lage für nicht weiter auffällig halte. „Da sich Situationen aber natürlich auch ändern können, hat das Bezirksamt kürzlich eine Verkehrszählung beauftragt. Mit den Ergebnissen haben wir eine bessere Grundlage, um einzuschätzen, welche weiteren Maßnahmen notwendig, aber eben auch machbar sind. Auch ein weiterer Ortstermin – zusammen mit den Nutzer:innen – ist bereits angesetzt“, teilt Biedermann mit.