Namen & Neues

Nachbarschaftshaus in der Karlsgartenstraße: Demonstration und Runder Tisch

Veröffentlicht am 15.12.2021 von Masha Slawinski

Heute, am Erscheinungstag dieses Newsletters, findet der erste Runde Tisch mit vier Vertreter*innen des Nachbarschaftshaus „Vielfalt“ aus der Karlsgartenstraße 6 und dem Bezirksamt statt. Mit dabei ist die Bildungsstadträtin Karin Korte (SPD). Man will über mögliche Kooperationen sprechen. Das Bezirksamt habe angekündigt, sagt einer der vier, offen in das Gespräch zu gehen.

Wie berichtet, soll die Trägerschaft für das Haus im nächsten Jahr vom Verein Vielfalt an die Volkshochschule (VHS) übergehen. Das sorgte für Unmut, da die Bezirksamtsseite zuvor zugesichert haben soll, dass die Trägerschaft an zwei Projekte im Haus übergehen kann. Wenn die VHS das Nachbarschaftshaus übernimmt, hätten die derzeit 25 ansässigen Projekt im Haus deutlich weniger Platz für ihre Angebote.

Demonstration. Ihrem Protest gegen die Übernahme ihres Hauses durch die VHS tat die Initiative vergangenen Montag, den 13. Dezember, kund. Begleitet von Trommeln und Trompeten (siehe Twitter) zogen etwa 60 Menschen von der Karlsgartenstraße zum Rathaus Neukölln. Gemeinsam sangen sie das bekannte, italienische Protestlied „Bella Ciao“. Teil des Demonstrationszugs waren die SPD-Bundestagsabgeordneten Hakan Demir und Timo Schramm und die Fraktionsvorsitzenden der Linken Carla Aßmann und Ahmed Abed. Abed hielt vor dem Neuköllner Rathaus eine Rede und sprach seine Unterstützung aus.

Er erklärte dazu: „Die SPD-Stadträtin Frau Korte darf den migrantischen Frauenverein „MigrantInnen e.V.“ aus dem Nachbarschaftshaus Karlsgartenstraße jetzt nicht im Stich lassen. Der Frauenverein bietet seit Jahren Schutz und Heimat für viele Frauen. Die wichtigen 25 Initiativen des Hauses brauchen sofort eine verbindliche Raumzusage für ihre Arbeit.“ Er wolle gemeinsam mit seiner Partei die Stadträtin in der nächsten Bezirksverordnetenversammlung (BVV) fragen, warum das Haus geschlossen werden müsse und man nicht früher nach einer Lösung gesucht habe.

Bei einer Zwischenkundgebung vor dem Haus der Bildung kam die Stadträtin Karin Korte nach draußen. Bis September habe sie nichts von dem Geschehnissen im Nachbarschaftshaus gewusst. Sie hätte sich gewünscht, dass die Initiativen direkt auf sie zugekommen wären, anstatt als Einzelpersonen. Sie freue sich auf das Gespräch am Freitag, betonte aber, dass die VHS die Räume für Geflüchtete brauche. „Frau Kortes Aussage, man benötige die Räume für die Flüchtlingsberatung, ist perfide. Der Versuch, Migrant*innen und Geflüchtete gegeneinander auszuspielen hat die Demonstrant`innen (unter ihnen auch ehemalige Geflüchtete) sehr aufgebracht“, schreibt dazu Ayse Harman, die ehrenamtlich im Nachbarschaftshaus im Migrantinnen Verein arbeitet.

Wie der erste Runde Tisch verlaufen ist, erfahren Sie in den kommenden Newslettern.

  • Unterschreiben. Die Online-Petition gegen die Übernahme durch die VHS zählt mittlerweile über 1.250 Unterschriften, davon über 500 auf Papier.