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Freie Lehrer*innenvertretung der Musikschule Paul Hindemith überreicht Kulturausschuss erfolgreiche Petition

Veröffentlicht am 06.03.2024 von Masha Slawinski

Am Dienstagnachmittag haben vier Mitglieder der freien Lehrer*innenvertretung der Musikschule Paul Hindemith eine Petition an den Neuköllner Kulturausschuss übergeben. Sie trägt den Titel „Bedrohung der Musikschule Paul Hindemith Neukölln durch massive Sparmaßnahmen abwenden!“.

Hintergrund der Petition sind die berlinweiten Haushaltskürzungen, durch welche die zwölf Berliner Bezirke gezwungen sind zu sparen. Das bekommt auch die Musikschule Paul Hindemith, die ihren Hauptstandort in der Boddinstraße hat, zu spüren. Über die prekäre Situation der Musikschule hatten wir im Dezember berichtet.

80 Prozent der Lehrkräfte an der Musikschule arbeiten auf Honorarbasis. Insbesondere sie sind von den bezirklichen Kürzungen betroffen. Eine von ihnen ist Anna-Katharina Schau, die seit 2020 an der Musikschule als freiberufliche Lehrkraft Akkordeon unterrichtet und der freien Lehrer*innenvertretung angehört. Sie hat im gestrigen Kulturausschuss eine Rede gehalten. „1.500 Schüler*innen warten auf einen Platz an der Musikschule“, sagt Schau. Doch seit Oktober 2023 gelte ein Aufnahmestopp. Das Resultat: „Die Schule schrumpft“, so Schau.

Seit Dezember 2023 würden keine Veranstaltungen aus eigenen Mitteln der Musikschule stattfinden. „Für das Jahr 2024 wurde nahezu alles eingestampft“, sagt sie. Dass der größte Teil der Veranstaltungen nicht mehr stattfinden könne, hänge auch damit zusammen, dass die freien Mitarbeiter*innen derzeit nicht beauftragt werden dürfen. So soll es die Schulleitung der Musikschule begründen.

Ein weitere Sorge: Mitglieder von Chören und Ensembles, die keinen Vertrag mit der Musikschule haben, sollen ab September Beiträge für Kurse zahlen. „Die Konsequenz daraus ist, dass die Chöre sich neue Probenorte suchen und abwandern werden“, sagt Schau in ihrer Rede.

Großer Anklang. 6.345 Unterstützer*innen haben sich der Petition angeschlossen. Davon kamen 2.670 Unterschriften aus Neukölln. Etwa 30 Unterstützer*innen, darunter Lehrkräfte, Eltern und Schüler*innen, waren bei der Übergabe am Dienstagnachmittag dabei, berichtet Schau. „Uns wurde aufmerksam zugehört und es war wirklich ausgesprochen still im Raum, als ich sprach“, sagt Schau.

Erster Erfolg? Die verantwortliche Kulturstadträtin Karin Korte (SPD) betont im Ausschuss, wie wichtig ihr die Musikschule sei. „Deshalb werde ich mich auch weiterhin dafür einsetzen, unsere Angebote zu erhalten“, heißt es von ihr. Das Bezirksamt habe mittlerweile beschlossen, dass die Honorargelder für die Musikschule freigegeben werden und keine weiteren Kürzungen in diesem Jahr kommen werden. Das sei bereits ein wichtiges Signal. Weiter setzt sie sich dafür ein, dass Kinder und Jugendliche zuerst kommen. Und sie wolle den 80 Prozent der freien Lehrkräften Rechnung tragen und betonte deren Wichtigkeit.

Was aus der Petition und den Worten der Stadträtin folgt, gilt es nun abzuwarten. Aber so viel kann die Lehrerin Anna-Katharina Schau am Mittwochmorgen schon mal sagen: „Mit der Petitionsübergabe wurde ein großer Meilenstein erreicht. Aber das ist längst noch nicht das Ende.“