Kiezgespräch

Veröffentlicht am 07.08.2019 von Madlen Haarbach

Der geplante Neubau des Karstadts am Hermannplatz sorgt weiter für Kontroversen. In einer parlamentarischen Anfrage erkundigte sich die Abgeordnete Gabriele Gottwald (Linke), welche Auswirkungen etwa auf die soziale Zusammensetzung der Nachbarschaft, den Klimaschutz und Gewerbemieter*innen der Senat durch den Neubau erwartet. In ihrer Antwort verweist Staatssekretärin Regula Lüscher auf die aktuellen Planungen, genauere Aussagen zu Auswirkungen seien noch nicht absehbar. In einem gemeinsamen Termin mit den Bezirken Neukölln und Friedrichshain-Kreuzberg sei  das Projekt vom Vorhabenträger insbesondere bezüglich der Architekturgestaltung vorgestellt worden. „Der Senat betonte in diesem Gespräch, dass bevor architektonische Aspekte vertieft werden, die übergeordneten planerischen Fragen mit den Bezirken geklärt werden müssen. Dabei sind die Fragen der Quartier-, Sozial- und Strukturverträglichkeit vorrangig und kritisch zu betrachten“, so Lüscher.

Aus der Antwort geht auch hervor, dass lediglich die noch erhaltenen Gebäudeteile des Ursprungsbaus von 1927-29 sowie die Um- und Neubauten von 1951/52 unter Denkmalschutz stehen. Erweiterungen und Aufstockungen des Gebäudes aus späteren Jahrzehnten stehen demnach nicht unter Schutz. Ob der Denkmalschutz den Abriss und Neubau des Gebäudes verhindern könne, sei erst nach Abschluss der Planungen abzusehen, so Lüscher in ihrer Antwort. Um Gewerbemieter*innen zu schützen, schlägt Lüscher eine Ausweitung der Milieuschutzsatzung auf Gewerberäume vor – oder einen Mietspiegel für Gewerbemieten. Beides ist bislang in der Gesetzgebung nicht vorgesehen.

Wie berichtet, haben sich mehrere Initiativen im Bündnis „Arbeitskreis Hermannplatz“ zusammengeschlossen und fordern, den Abriss des Karstadts zu stoppen (NL vom 26. Juni).

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